Herrn Landesbischof Gerhard Ulrich, Ev.-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. Hans Penner – 07.04.2016


Sehr geehrter Herr Ulrich,


das Apostolische Glaubensbekenntnis beschreibt die Überzeugungen der Christen aller Denominationen, u. a.: „… am dritten Tage auferstanden von den Toten…“.  Gott hat Jesus vom Tod leiblich auferweckt am dritten Tag nach seiner Bestattung. David, Petrus und Paulus bezeugen, daß Jesus „die Verwesung nicht gesehen hat„. Die Evangelien bezeugen übereinstimmend, daß Jesus dem Grab entstiegen ist. Es ist nicht bekannt, daß Gegner von Jesus an seiner leiblichen Auferstehung gezweifelt hätten. Die leibliche Auferstehung von Jesus dürfte zu den am besten bezeugten historischen Ereignissen der Antike gehören.

In Ihrer Osterpredigt 2016 sagten Sie: „Jesus ist tot. Sein Leib verging wie jeder Menschenleib.“ Demnach ist Jesus Ihrer Meinung nach im Grab verwest. Damit bekunden Sie unmißverständlich, daß das Apostolische Glaubensbekenntnis der Christen nicht Ihrer Überzeugung entspricht. Ihrer Meinung nach gibt es keine Erlösung von Sünde, Tod und Teufel.

Das kausal-mechanistische Weltbild des 19. Jhdts., an dem Sie offensichtlich festhalten, postulierte die Absolutheit der Naturgesetze, die eine leibliche Auferstehung ausschließt. Dieses Weltbild wurde infolge der Grundlagenkrise der Physik der 1920er Jahre aufgegeben. Der Tübinger Theologe Professor Karl Heim hatte sich damit eingehend befaßt.

Ihr Verhalten läßt folgende Schlußfolgerungen zu:
– Man kann in die höchsten Ämter der Evangelischen Kirche aufsteigen, ohne Christ zu sein.
– Man kann Mitglied der Evangelischen Kirche sein, ohne Christ zu sein.
– Augenscheinlich sind nur eine Minderheit der Pfarrer und Kirchenmitglieder Christen.
– Durch kirchliche Taufriten wird man kein Christ.

Ihre Osterpredigt verdeutlicht, daß die „Nordische Kirche“ lediglich ein Religionsverein ist. Der namhafte Theologe Emil Brunner schrieb: „Ein Kirche, die nichts über das Zukünftig-Ewige zu sagen hat, hat überhaupt nichts zu sagen, sie ist bankrott“. Dieses Schreiben kann verbreitet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Hans Penner

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