Etwas kommunizieren . . .

Gerd Medger – 14.07.2016

etwas kommunizieren

In der letzten Zeit begegnet uns in Schrift und Wort immer häufiger die Floskel, daß

„etwas kommuniziert wird“.

 

Diese Floskel ist an Dümmlichkeit nicht zu unterbieten, aber die Medien, die Politiker und die Werbefritzen wollen sich mit dieser nichtssagenden Floskel ständig intellektuell unterbieten.

Ein Rückblick auf den Deutschunterricht in der DDR 10 Klasse. Damals gab es das Unterrichtsfach Deutsch und in diesem wurden der Ausdruck, die Rechtschreibung und die Grammatik gelehrt und bewertet.

Heute scheint das nicht mehr der Fall zu sein, oder die Anwender dieser Floskel schafften es nicht bis zur 10. Klasse und deshalb sind sie in diese Scheinberufe eingestiegen.

Diese Berufe sind für diese auch die einzige Möglichkeit, ihr Unwissen den andern Mitmenschen aufzudrücken.

Ich kann mit jemandem kommunizieren (auf Deutsch: Ich kann mich mit jemandem unterhalten).

Aber ich kann nicht etwas kommunizieren, wie ich auch nicht etwas gehen kann, oder etwas existieren kann, oder etwas schneien kann, oder etwas danken kann (ich kann nur für etwas danken).

Bei dem Wort „kommunizieren“ handelt es sich um ein intransitives Verb. Dieses verlangt nicht, daß ein Akkusativobjekt nachgezogen wird.

Der Gegensatz sind die transitiven Verben: Diese verlangen stets die Nachfolge eines Akkusativobjektes.

 

transitiv: lateinisch– transire = (hin)übergehen (auf das Objekt)

 

 

Gerd Medger

Mitglied im Verein für Deutsche Sprache

Dresden, am 14. Juli 2016

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