Nicht nur Südtirol in Gefahr

Helmut Müller – 27.11.2016

Pas seulement le Tyrol du Sud en danger – Not only South Tyrol in danger

Wenn die Politiker mit ihrem Latein zu Ende sind und das Murren im Lande beginnt, ergreifen sie gerne außergewöhnliche Maßnahmen, um doch noch an der Macht bleiben zu können. Und natürlich auch, um das  System insgesamt  nicht zu gefährden. Allerdings sind Kriege derzeit im alten Europa nicht gerade populär, also richtet man seinen Frust oder auch schon Aggression nach innen, das heißt, gegen einfache  „Untertanen“ oder autonome Volksgruppen wie die Südtiroler. Im Falle Italien, hohe Staatsverschuldung und eine  katastrophale Gesamtlage, kann man das irgendwie verstehen.

So  versucht man derzeit in Rom eine Verfassungsreform in die Wege zu leiten, die einen absurden Zentralismus einläuten würde, der  auch für Südtirols Autonomie  gefährlich werden könnte und zudem Spekulationen zulässt. Man könnte nämlich meinen, Rom versuche in Abstimmung mit Brüssel (oder auf dessen Empfehlung) einen Probegalopp in Sachen mehr Zentralisierung. Ein Test sozusagen. Gelänge dieser, könnten weitere Regierungen auf den Appetit kommen. Nicht  zuletzt  auch Brüssel, das über nationale Umwege an das erwünschte Ziel  käme. So weit sind wir noch nicht.

Was aber bedeutete eigentlich die geplante Verfassungsreform für Südtirol, nachdem ja die Rom  und Brüssel ergebenen Führer der  trickreichen Mehrheitspartei SVP trotz heftigem Widerstand im Land ihr Ja zu dieser Reform gegeben haben? Doch inzwischen fahren die Gegner derselben schwere Geschütze gegen das demokratiepolitisch unsittliche Begehren Roms  auf: Unter anderem würde ja doch, Experten zufolge, die Schutzklausel Südtirols Autonomie betreffend, da nur Übergangsbestimmung, nicht wirklich in der Verfassung verankert werden können. Womit auch Österreich als Schutzmacht ausgebremst würde. Was zwar weniger die EU-hörige Regierung in Wien, umso mehr aber den österreichischen Nationalratsabgeordneten Werner Neubauer, Südtirolsprecher der FPÖ, besorgt macht.

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Traumatisierte Flüchtlinge heute und damals

Helmut Müller  – 11.08.2016

Traumatised refugees now and then

Sie kommen in Massen und werden durch die Bank automatisch „Flüchtlinge“ genannt. Jeder zweite ist angeblich traumatisiert, was immer darunter verstanden wird, und offensichtlich unabhängig davon, ob die Schnell-Diagnose einer objektiven und genauen Überprüfung standhält oder nicht. Doch nach Einschätzung der deutschen Bundestherapeutenkammer benötigen jetzt schon bis zu 80.000 betroffene „Flüchtlinge“ eine Therapie. In Kenntnis der Migrationsfakten und der Dehnbarkeit des Begriffs müssten daher in den nächsten Jahren Millionen Neuankömmlinge trauma-gerecht therapiert werden.

Heutige Wünsche gehen nun dahin, dass kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen neben Medizinern und Psychotherapeuten Behandlungen auf ihre Kosten abrechnen lassen. Und, eh klar, Dolmetscher sollten gleich mitfinanziert werden. Natürlich nicht von grünen oder anderen Sozialromantikern, die verlangen solches nur. Und bei denen weiß man ja längst , dass sie bereits dann ein „Trauma fürs Leben“ an die Wand malen, wenn einmal ein Betroffener, Flüchtlingsbub oder nicht, nach einem Diebstahl eine wahrlich verdiente Ohrfeige bekommt.

Die Trauma-Masche könnte sich inzwischen herumgesprochen haben. Da ich persönlich schon Bekanntschaft mit auskunfts-willigen „Flüchtlingen“ machen durfte und Berichte aus der jeweiligen Region genau verfolge, fällt es mir schwer, bestimmten Erzählungen Glauben zu schenken. Ohne Zweifel haben viele Migranten schwere Belastungen und Strapazen, auch erniedrigende Behandlungen auf sich nehmen müssen, darunter besonders Kinder zu leiden haben. Ich bezweifle aber, dass jeder zweite „Flüchtling“ derart Schreckliches erlebt hat, was eine Therapie auf Steuerzahlers Kosten unbedingt erforderte.

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Keine Zeit für Spießbürger und Hasenfüße

Helmut Müller – 18.06.2016

Pas de temps pour philistins et trouillards No time for philistines and cowards

Nizza. Mit großen Tönen und Betroffenheitsritualen überspielen westliche Politiker ihre Mitverantwortung, und erneut geben sich Ignoranz und Heuchelei die Hand. Dabei haben schwere politische Fehler im Zuge einer abenteuerlichen US-amerikanischen Außenpolitik mit ihren millionenfachen Opfern und eine völker- und menschenrechtswidrige, ja rassistische Siedlungspolitik Israels das Aufkommen eines von Golfstaaten maßgeblich finanzierten kämpferischen Islamismus erst ermöglicht.

Die Paten des Terrors sitzen jedenfalls nicht in Moskau oder Peking. Ja, und „wir müssen“ uns nun an den Terror gewöhnen, tönt es vielsagend aus Paris und Tel Aviv. Will heißen, dass  die Hauptschuldigen von ihrer verhängnisvollen Politik nicht lassen wollen und ihre EU-Vasallen mit ihrer Einwanderungspolitik weiter dafür sorgen werden, dass der Islamische Staat wie auch Herr Erdogan auch auf europäischem Boden ihre jeweilige Gefolgschaft rekrutieren können.

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Die Europäische Union ist tot. Es lebe das europäische Projekt!

Helmut Müller – 05.07.2016  (zum Original-Artikel)

L´Union Européenne est morte. Vive le projét européen!
The European Union is dead .Long live the European project!

Es hieße Tauben nach Athen tragen, wo man schon eher auf  weitere Euro-Milliarden wartet, wollte ich die  vielen Fehlentwicklungen in dieser Europäischen Union hier noch einmal anführen. Der Brexit böte zwar  Anlass reinen Tisch zu machen, aber weit und breit ist kein Herkules in Sicht, der den verfahrenen Karren EU aus dem hausgemachten Morast zu ziehen vermöchte. Dennoch will man höheren Orts die Realität einfach nicht zur Kenntnis nehmen und glaubt, Reformen, ein wenig Reorganisation oder eine teilweise Rückabwicklung der Union könnte noch zu dem von vielen Blauäugigen erhofften Ziel führen. Und das ohne die wahren Machthaber in die Schranken zu weisen, ohne die gnadenlose Macht der Banken und Konzerne auch nur anzutasten? Was für ein Trugschluß! wie die Zukunft noch zeigen könnte.

Glaubt der österreichische Außenminister allen Ernstes, eine „drastische Veränderung“ einer verfilzten und machtbesessenen Europäischen Union sei auf herkömmliche Weise noch möglich? Ähnliches hört man ja auch von der freiheitlichen Spitze*, die wahltaktisch mit einem Öxit liebäugelt, während der tagträumerisch gestimmte SPD-Recke Gabriel, der mit der traurigen Gestalt, nicht ausschließt, daß die Briten „in ein paar Jahrzehnten zur EU zurückkommen“ könnten. Gewiß, die Hoffnung stirbt normalerweise zuletzt, aber diese eine  dann doch schon früher, wie ich glaube. So meint denn auch in der österreichischen Kronenzeitung eine einfache Stimme aus dem Volk: Die EU ertrinke in einem Loch, daß sie sich selber geschaufelt hätte. Wie wahr!

Die Tatsache, daß die EU seit gut einem Jahrzehnt nicht mehr richtig funktioniert und Länder in beinahe jeder Hinsicht aneinander bindet, die weder ökonomisch, noch politisch, noch kulturell und mentalitätsmäßig über einen Leisten geschlagen werden können, hat den renommierten französischen Ökonomen und Polit-Strategen Jacques Sapir veranlasst, die EU für tot zu erklären. Das Fundament sei nicht tragfähig, meint er, und nur ein neues könne etwas Stabileres bewirken. So weit Sapir. Doch anstatt die richtigen Schlüsse zu ziehen, werden alle jene, die mit dieser EU nichts mehr am Hut haben, als Dummköpfe oder gar schon als Hetzer gebrandmarkt. Daß aber nicht nur wirtschaftliche Faktoren bei der Abwägung der Vor- und Nachteile einer EU-Mitgliedschaft zählten, erklärt auch ein anderer Ökonom, der  Brite David McWilliams.

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Südtirol – Gebt Freiheit, Sire!

Veröffentlicht im Mai 2016  von Helmut Müller

Tirol du sud – donnez  liberté, Sire! South Tirol – give freedom, Sire!

Wenn Pharisäer ihrer nach Selbsteinschätzung hochedlen Empörung Luft verschaffen, ist anschließende Frischluftzufuhr  angeraten. Mit übel riechender Empörung sind diese unter anderem auch dann zur Stelle, wenn ihre  politischen oder ideologischen Gegner in Sachen Selbstbestimmung eines Volkes die Probe aufs Exempel versuchen. Etwa wenn dieselben Autonomie und direkte Demokratie zum Beispiel in Südtirol auf den Prüfstand stellen und dann wegen Negativbefund das Selbstbestimmungsrecht für die Südtiroler einfordern. Umgehend erweist sich dann, daß der einzige Beweis der Demokratie-Heuchler für die Lauterkeit ihrer Bekenntnisse einzig in ihrer Lautstärke liegt.
Da meinte ein künstlich oder sonstwie empörter Extremkraxler, mit dem Ruf nach der Tiroler Einheit zerstöre man Europa. Wie das?

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„Vor dem Hintergrund unserer Geschichte“

Veröffentlicht am Mai 9, 2016 von helmut mueller

„Dans le contexte de notre histoire „Against the background of our history“

Diesen 8. Mai beging ein Teil des  offiziellen Österreichs unter anderem  als „Tag der Freude“. Es hätte auch ein Tag der Trauer sein können. Oder, der Wahrheit näher, beides gleichzeitig, wenn, ja wenn die wahre politische Macht im eigenen Lande liegen würde. Doch Vasallen sind zwecks Erhalts der ihnen geliehenen Macht einzig und allein darauf fixiert, vor dem viel zitierten Hintergrund einer auf sieben bzw. zwölf Jahre reduzierten Geschichte, das ihnen anvertraute Volk mit schlechtem Gewissen weiter zu belasten und jede  patriotische Erhebung im Keim zu unterdrücken.

Der obligate Sager  der politisch Korrekten  „Vor dem Hintergrund unserer Geschichte“ scheint dabei alles rechtfertigen zu können. Vor allem, wenn es der Karriere, der  jeweiligen Stellung oder dem Geschäft dient. Dass im Zuge dessen eines der Grundrechte, das Recht auf freie Meinungsäußerung* bewusst- ignoriert oder mit Strafe bedroht  wird, treibt logischerweise keinem einzigen der betroffenen Politiker die Schamröte ins Gesicht. Dazu kommt, dass die Opportunisten unter ihnen vielfach keine persönliche Gesinnung, sondern bloß jene einer Lobby oder Parteiführung vorzuweisen haben.

So konnte auch diesen 8.Mai wieder die  übliche, einem dogmatischen „Absolutismus des Geschichtsverständnisses“ (Ernst Nolte)  zugrunde liegende Ungleichbehandlung (der Opfer) festgestellt werden. Nicht ohne Schützenhilfe dozierender Geschichte- und Geschichtenerzähler, die sich weder durch Unbestechlichkeit der Erkenntnis noch durch versöhnende Arbeit auszeichnen, umso mehr aber Ankläger spielen und, nicht überraschend, extreme Scheu vor der vollen Wahrheit an den Tag legen.

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TTIP – Auf dem Weg in die Sklaverei?

Helmut Müller – 05.05.2016 (Original)

TTIP – En chemin dans l´esclavage?                                                                     TTIP – On the way in the slavery?

Seit nunmehr drei Jahren verhandeln EU und USA über ein Freihandelsabkommen. Dieses Abkommen sei vorrangig für die USA, wie Präsident Obama stets betont. Man könnte ihm nachfühlen, schließlich ist die Supermacht nach Bill Gates Worten, der größte Profiteur der Globalisierung. Und möchte es natürlich bleiben. Auf unsere Kosten, zu Lasten unserer Umwelt und unserer Gesundheit, und wie die zuletzt veröffentlichten Greenpeace-Dokumente den lange gehegten Verdacht bestätigen, ist höchste Gefahr in Verzug. Auch was die berüchtigten Schiedsgerichte betrifft.

So ein Abkommen kann natürlich nicht getrennt von der Politik gesehen werden, wie einige TTIP-Verteidiger  aber verlangen. Ja sie meinen gar, die Politik dürfe sich nicht einmischen. Womit mit einer todbringenden Schwächung der Nationalstaaten zu rechnen wäre, souveräne Völker sind ein Hindernis. TTIP ist nichts anderes als ein weiterer Meilenstein auf dem Weg in die Sklaverei, kontrolliert und überwacht  von einer Weltregierung der Banken und Konzerne. Und man erreichte damit  die Installierung eines einzigen Souveräns in Gestalt  des internationalen Kapitals.

Nachfolgend die Presseaussendung des überparteilichen österreichischen EU-Austrittskomitees zu den nun veröffentlichten Greenpeace-Papieren:

 TTIP: Nur der EU-Austritt schützt Österreich sicher!

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Integration der Weg, Desintegration das Ziel

Helmut Müller – 01.05.2016

Integration le chemin, désintégration la destination

Integration the way, desintegration the destination

In seinem berühmten Buch „Über die Entstehung der Arten“ schrieb Charles Darwin, es gebe Fälle „in denen eingeführte Pflanzen sich in kaum zehn Jahren über ganze Inseln verbreitet haben“. Ähnliches wusste man bald auch von Tierarten zu berichten. Die Neuen kamen ins Land und schlugen, begünstigt  durch besondere Umstände wie die Fähigkeit zu schneller Ausbreitung und zur Reproduktion sowie das Fehlen äußerer Feinde, ihre Wurzeln. Biologische Invasion inzwischen als ein globales Phänomen.

Nicht immer aber gehören die ansässigen Arten und ihre Umwelt zu den Gewinnern dieser Art von Globalisierung, eigentlich immer seltener. Daher ist dort, wo durch  biologische Invasoren autochthone Arten und Naturschätze zu verschwinden drohen, rasches Handeln ein Gebot der Stunde. Artenschutz beginnt im jeweiligen Heimatbiotop, sagen sogar Grüne, sie wollen es aber in keinem Fall auf den Menschen angewandt wissen.

Versucht man es trotzdem, so wird es gefährlich. Man begibt sich auf ein semantisches Glatteis, wo Zensoren darauf bedacht sind,  einen zu Fall zu bringen. Denn im Reich des Homosapiens hat es nach gutmenschlicher Einschätzung, eigentlich Einbildung, ohne Belang zu sein, wer zuwandert. Die Tüftler eines globalen Miteinanders haben dazu ein Zauberding in der Hand, und dieses heißt Integration. Danach soll es „Uns“ und „die Anderen“ eines Tages einfach nicht mehr geben.

Der Migrant hat keine Bringschuld mehr, die Gesellschaft  ist „als heterogene , vielfältige Gemeinschaft aller, in die alle bedingungslos einbezogen sind“, neu zu denken. Fragen nach typischen Merkmalen oder Verhalten einzelner oder einzelner Gruppen werden mit viel Aufwand an Einschüchterung und hasserfülltem Aktionismus als rassistische oder  faschistische zurückgewiesen. Der  vermeintlich einzig richtigen politischen Überzeugung, ein Dogma, wird der Vorrang vor wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Tagesrealität eingeräumt.

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Politiker und Parteien in populistischen Zeiten wie diesen

Veröffentlicht am April 27, 2016 von Helmut Mueller

Politicien et partis aux temps populistes comme celui-ci                                                                                                         Politician and parties in populist times like this

Der Niedergang der alten Parteien in Westeuropa ist nicht mehr zu übersehen, er zeichnete sich aber für interessierte Beobachter schon vor wenigen Jahrzehnten ab. Nun hat es auch zwei österreichische Vertreter dieser Politsaurier ordentlich erwischt. Nicht übersehen werden darf allerdings,  daß rein altersmäßig auch die Freiheitliche Partei Österreichs nicht mehr ganz so taufrisch ist. Sie wird daher, sollte sie den nächsten Kanzler stellen, noch beweisen müssen, daß sie wirklich ganz anders ist als die anderen, also nicht ausgelaugt, nicht ermattet und auch nicht ziellos, vor allem aber nicht korrupt. Wobei derzeit für Außenstehende noch  unklar ist, welche Ideologie  ihr „Chefideologe“ und Programm-Mitschreiber vertritt und ob er insgeheim diese Funktionen auch als Bundespräsident ausüben möchte. So zwischen Band durchschneiden und Orden verleihen.

Angesichts der Erwartungshaltung der Mediengesellschaft und des allgemeinen Desinteresses für langweilige Programmwälzer, schiene ein solches Unterfangen, bis jetzt zumindest, doch wenig sinnvoll und als  reine Zeitvergeudung. In diesem Sinne waren anscheinend auch die während des Wahlkampfes von den meisten Kandidaten ausgesandten Botschaften mit Trivialcharakter  zu verstehen. Aber werden „Gags“  und gefällige „Statements“, die sich mangelnder Intellektualität wegen jedem kritischen Schlagabtausch  entziehen, in Zukunft noch der  Weisheit letzter Schluß sein können? Man merkt es ja schon: die  Lust  an innerparteilicher Kritik  schießt da und dort bereits ordentlich ins Kraut. Sind doch die  jeweiligen Parteivorsitzenden längst nicht mehr Programm genug, und Abspaltungen und/oder Neugründungen nicht mehr undenkbar.

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Böhmermann – mehr als eine Staatsaffäre

Veröffentlicht am April 17, 2016 von helmut mueller

Das Kapitel von der menschlichen Torheit ist noch lange nicht zu Ende geschrieben. Eine aktuelle  Randnotiz in demselben zeigt aber wieder einmal, wie souverän doch ein Dummkopf gesunden Menschenverstand und guten Geschmack zu ignorieren vermag. Nun wird Jan Böhmermann nicht in allen Augen ein Blödmann sein, ein geschmackloser Satiriker ist er ohne Zweifel.  Dass er seinen Mund etwas zu voll genommen hat, wird er spätestens seit der Erkenntnis, was er damit auch für seine persönliche Sicherheit heraufbeschworen hat, wohl begriffen haben.

Nein, mutig war das nicht, eher schon blöd, und nur weil um ihn herum es von solchen Blödmännern und leider auch -Frauen nur so wimmelt, ist das noch lange kein Grund den Nachahmer zu geben, so ein verlockendes Opfer der zu recht kritisierte Erdogan, dessen Türkei mit Sicherheit nicht europatauglich ist, auch sein mag.

Man könnte Böhmermanns Aktion zwar  auch als eine Steilvorlage für Erdogan sehen, aber das war wahrscheinlich gar  nicht die Absicht. Man fragt sich überdies, war der plumpe Satiriker überhaupt der Erfinder des ganzen Schwachsinns? Und da das ganze über einen öffentlich-rechtlichen Sender lief: wer förderte das nicht nur atmosphärisch im Hintergrund und was war der wahre Zweck? Sollte in Erwartung der offiziellen Reaktionen der Graben zwischen der Türkei und der Europäischen Union vertieft oder sollten gar die Fronten zwischen Islam und dem schwächelnden Abendland verstärkt werden?

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Die Alternative für Deutschland auf FPÖ-Kurs?

Helmut Müller – 03.04.2016

Die Alternative für Deutschland auf FPÖ-Kurs?

In einem Gespräch mit der „Presse“ streute der  von einer anderen Zeitung so genannte Unternehmer und Netzwerker Martin Schlomo Mordechai Joschua Schlaff beachtlich viel Rosen auf  HC Straches politischen Weg. So äußere sich der freiheitliche Obmann schon jetzt in einer Art und Weise, die er unterschreiben könnte, so Schlaff. Und betätigte sich anschließend auch gleich als Prophet, wenn auch nicht biblischem Ausmaßes: „.In ein paar Jahren wird die FPÖ einfach irgendeine Partei sein“, so der Milliardär. Irgendeine Partei – war das denn Sinn und Zweck  der ganzen Strache-“Show“? Das werden sich nicht nur einige alte Kameraden gefragt haben, und das nicht nur in Österreich.

So könnten auch in der AfD einige hellhörig geworden sein, will man sich doch angeblich am Kurs der FPÖ orientieren. Und dort scheint man sich dessen schon sicher: „Blaue Allianz zwischen  AfD und FPÖ“ und „AfD auf Kurs FPÖ“ lauten  inzwischen freiheitliche Schlagzeilen. Ob die blaue Gewissheit da nicht etwas zu früh kommt, scheint doch der Läuterungs- und Abklärungsprozess in der AfD noch nicht ganz abgeschlossen. Oder irre ich mich?  Wiewohl man von AfD-Seite mit möglicherweise übereilten, vom „Mainstream“ oder wem immer angeleierten Abgrenzungs- und Ausschließungstendenzen  schon einen FP-ähnlichen Richtungsakzent gesetzt hat.

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