Die Alternative für Deutschland auf FPÖ-Kurs?

Helmut Müller – 03.04.2016

Die Alternative für Deutschland auf FPÖ-Kurs?

In einem Gespräch mit der „Presse“ streute der  von einer anderen Zeitung so genannte Unternehmer und Netzwerker Martin Schlomo Mordechai Joschua Schlaff beachtlich viel Rosen auf  HC Straches politischen Weg. So äußere sich der freiheitliche Obmann schon jetzt in einer Art und Weise, die er unterschreiben könnte, so Schlaff. Und betätigte sich anschließend auch gleich als Prophet, wenn auch nicht biblischem Ausmaßes: „.In ein paar Jahren wird die FPÖ einfach irgendeine Partei sein“, so der Milliardär. Irgendeine Partei – war das denn Sinn und Zweck  der ganzen Strache-“Show“? Das werden sich nicht nur einige alte Kameraden gefragt haben, und das nicht nur in Österreich.

So könnten auch in der AfD einige hellhörig geworden sein, will man sich doch angeblich am Kurs der FPÖ orientieren. Und dort scheint man sich dessen schon sicher: „Blaue Allianz zwischen  AfD und FPÖ“ und „AfD auf Kurs FPÖ“ lauten  inzwischen freiheitliche Schlagzeilen. Ob die blaue Gewissheit da nicht etwas zu früh kommt, scheint doch der Läuterungs- und Abklärungsprozess in der AfD noch nicht ganz abgeschlossen. Oder irre ich mich?  Wiewohl man von AfD-Seite mit möglicherweise übereilten, vom „Mainstream“ oder wem immer angeleierten Abgrenzungs- und Ausschließungstendenzen  schon einen FP-ähnlichen Richtungsakzent gesetzt hat.

Aber wird man dabei so weit gehen wollen, wie die österreichischen Freunde? Etwa, wie andere Parteien auch, ein die Meinungsfreiheit einschränkendes Verbotsgesetz für gut zu befinden?* Oder sich mit zionistischen Faschos verbrüdern und die Unterstützung der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern als neue Parteidoktrin verordnen?** Beides kommt dem Verrat nationalliberaler Ideale gleich. Auch wenn der sichtlich unter parteiinternen wie öffentlichen Druck stehenden AfD-Chefin  ähnlicher Ehrgeiz wie Strache nachgesagt wird, ließe eigentlich deren hohe Intelligenz andere Zielsetzungen durchaus noch zu. Wahr ist auch, dass allein schon die Aussicht auf Macht etwas sehr Verführerisches hat, jedoch schon vor Erreichung derselben den Keim des Scheiterns in sich tragen kann.

Gewiss, diese AFD  hat es nicht leicht, schließlich muss der Aufstieg finanziert werden und bald einmal ist man auch auf eine freundlichere  Presse angewiesen. Für das und mehr können besondere Freunde  nützlich sein. Keine Frage. Aber angesichts der Fakten  in Palästina wären das in dem bestimmten Fall nicht ganz passende vielleicht.*** Bei einem derartigen Zweckbündnis handelt es sich ja nicht bloß um eine Geschmacksfrage. Ethischen wie moralischen Maßstäben in der Politik wieder mehr Geltung verschaffen, und das bereits bei der Auswahl einflussreicher Unterstützer, wäre doch eine Alternative?  Allerdings, sollte sich die AfD am Ende dazu entschließen mehr deutsches Rückgrat zu zeigen, könnte  ihr politischer Weg ohne Zweifel steinig werden. Aber war jener zu Recht und Freiheit je anders?

* Anders dachte man sieben Jahre nach Kriegsende und auch später noch. So meinte 1952 der damalige Nationalratsabgeordnete und spätere Bundeskanzler Dr. Alfons Gorbach (ÖVP), das Verbotsgesetz sei ein Unrechtsgesetz. So dachte die Mehrheit der Politiker dieser Zeit, aber da hatten sie ja auch noch Format und Rückgrat. Oder wie Dieter Krogman in seinem Blog http://www.denkfabrik-info.de ganz allgemein schreibt: „Unserer Gesellschaft fehlen inzwischen die Männerautoritäten, die ein Vorbild für die nachwachsenden Generationen sein könnten.“

** 2014 meldete die „Presse“: Die Unterstützung Israels wird de facto neue Parteidoktrin (der FPÖ, Anm.). Bis hinunter zum kleinsten Gemeinderat soll diese Haltung verinnerlicht werden. Das Feindbild Islamismus soll dabei helfen.“                                          Ein Feindbild, das vielen sehr gelegen kommt und von denselben Interessensgruppen entsprechend „gepflegt“ wird.-

***In Israel gäbe es, wenn schon,  auch andere Ansprechpartner, die Friedensbewegung etwa. Aber Landräuber und Unterdrücker?

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