Die Vorbereitung des 3. Weltkrieges oder die Suwalki-Lücke

Gerd Medger – 12.01.2017

  1. Allgemeines zum Krieg

Im modernen Völkerrecht wird der Begriff „Krieg“ nicht mehr verwendet. Die Genfer Konventionen unterscheiden bewaffnete internationale Konflikte von anderen Formen gewaltsamer Konfliktaustragung wie etwa innerstaatlichen Konflikten. Als wäre es für die Opfer wichtig, ob sie im Krieg oder im Konflikt ermordet werden.

Carl von Clausewitz, ein Theoretiker des Krieges, sagt in seinem Werk „Über den Krieg“, welches heute noch an den Militärakademien gelehrt wird, was Krieg ist:

„Der Krieg ist nichts als ein erweiterter Zweikampf. Wollen wir uns die Unzahl der einzelnen Zweikämpfe, aus denen er besteht, als Einheit denken uns zwei Ringende vorzustellen. Jeder sucht den anderen durch physische Gewalt zur Erfüllung seines Willens zu zwingen; sein nächster Zweck ist, den Gegner niederzuwerfen und dadurch zu jedem ferneren Widerstand unfähig zu machen.“

Ein Krieg beginnt in der Regel durch einen Angriff. Das bedeutet, daß der Gegner mit einer Kriegshandlung rechnen mußte und daß diese für ihn nicht unverhofft erfolgte. Anders ist es bei einem Überfall. Dieser erfolgt völlig unerwartet und vom Gegner unvermutet.

 

  1. Die Stufen der Kriegsvorbereitung

Es gibt viele Vorzeichen und Stufen bis es zu einem Kriegsausbruch kommt. Er kommt also in den seltensten Fällen plötzlich oder überraschend. Ein Krieg wird nicht nur materiell, sondern vielmehr auch ideologisch vorbereitet.

Die gegenwärtigen Ereignisse in der Ukraine, das Vorrücken der NATO an die Grenzen Rußlands, die Hetzreden der Politiker, die Falschmeldungen in den Medien, die einseitigen Berichterstattungen, die Verklauselung der Wörter bei der diesbezüglichen Darstellung der politischen Ereignisse, das orwel`sche-Neusprech und die Besetzung der Begriffe mit neuen Inhalten, sind Beispiele, wie weit die Kriegsvorbereitungen bereits gediehen sind.

So bestehen aus meiner Sicht 15 Stufen zur Vorbereitung eines Krieges in Osteuropa.

Davon wurden bereits die folgenden Stufen erreicht:

  1. Hetze in der Presse, Lügen, Überbetonung bestimmter Themen
  2. Erhebung von Forderungen
  3. Schwierigkeiten bei der Ein- und Ausreise
  4. Schwierigkeiten beim Export, Import und Transit, Einschränkung des Handels (Embargo, Sanktionen)
  5. Abschluß von Bündnissen mit Drittstaaten
  6. Einführung der Wehrpflicht, Einberufung von Reservisten
  7. Grenzverletzungen, Provokationen, Verlegung von Truppen in die Nähe der Grenze, Manöver in der Nähe der Grenze

Ausführlich hier: http://weltenesche.com/politik/allg.%20politik.html  (lfd. Nr. 1)

Es ist lediglich nur ein Schritt um von einem Manöver zu einem Krieg überzugehen. Die Bereitstellung von Flugplätzen, die Gewährung von Überflugrechten, die Bereitstellung von Transportmöglichkeiten und des eigenen Staatsgebietes als Aufmarschgebiet für das Militär sind auch als Kriegsvorbereitung  und als Kriegsbeteiligung zu betrachten.

So befinden sich bereits jetzt einige tausend Panzer und Militärtechnik in Polen und im Baltikum an der Grenze zu Rußland.

Doch die USA können trotzdem ruhig schlafen: Sie wissen ja, was wir Europäer, mit denen sie seit dem Kalten Krieg Blinde Kuh spielen, erst vor drei Jahren erfahren haben, und was sie sogar dem allertreuesten ihrer Partner, Konrad Adenauer, stets verschwiegen haben:

„Daß der Kreml und Weißes Haus seit 1952 ein Geheimabkommen haben, demzufolge, sollte doch der Kalte Krieg in einen heißen ausarten, garantiert in Rußland und Amerika keine Fensterscheibe kaputtgeht, sondern „lediglich“ Polen und Germany weggemacht werden“.

Das ist der ungeheuerlichste Verrat an einem Verbündeten, von dem man je erfahren hat.

Quelle:

http://www.berliner-zeitung.de/kultur/russland-und-deutschland-es-geht-nicht-um-die-krim,10809150,26844042.html

 

  1. Der 3. Weltkrieg droht – NATO-Soldaten in Osteuropa

Nun rollt seit Anfang dieses Jahres weiteres umfangreiches USA-Militär von Bremerhaven über deutsches Gebiet nach Polen und Litauen. Wie steht es da mit der Souveränität Deutschland?

Es werden von der US-Armee verlegt:

  • Eine komplette Panzerbrigade mit 4.000 Soldaten und
  • mehr als 2.000 Panzern, zusätzlich Haubitzen, Jeeps und LKWs.
  • Etwa 900 Waggons (das sind etwa 30 Güterzüge) mit militärischem Material werden per Eisenbahn von Bremerhaven nach Polen gebracht.
  • Hinzu kommen ungefähr 600 Frachtstücke, die vom Truppenübungsplatz Bergen-Hohne ebenfalls per Bahn nach Polen transportiert werden.
  • Rund 40 Fahrzeuge sollen direkt über die Straße nach Polen bewegt werden.

Ausführlich hier:

https://de.sputniknews.com/politik/20170106314024765-dritter-weltkrieg-droht/

Es ist die größte Militärverlegung seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

Diese erfolgt in die Region des Suwalki-Gap.

In unseren Medien war kein Platz darüber zu berichten, daß aber die Polizei für die Nordafrikaner (nur) intern die Abkürzung NAFRI benutzte, das erregte die Gemüter der Hirnlosen auf das Heftigste.

Diese Militärtransporte sind aber nur einige einer langen Serie. Dazu die folgenden Beispiele:

Polen erwirbt von den USA 70 Marschflugkörper mit nuklearer Erstschlagkapazität gegen Rußland

Die Marschflugkörper können von F-16-Kampfjets abgefeuert werden.

Das Land sicherte sich 70 Marschflugkörper und installiert bis 2018 das Raketensystem der NATO. Diese Bestellung betrifft den Mittelstrecken-Typ mit einer Reichweite von 1.000 Kilometern. Auch die Armee will man von zurzeit 95.000 auf 150.000 Mann aufstocken.

Ausführlich:

https://deutsch.rt.com/international/45216-polen-erwirbt-70-marschflugkoerper-1000-kilomter-erstschlag-nato-russland/

USA wollen schwere Angriffswaffen im Baltikum und Polen stationieren

Zahlreiche osteuropäische Staaten verhandeln zurzeit auf Washingtons Initiative über die permanente Stationierung von US-Waffensystemen.

Ausführlich:

https://deutsch.rt.com/22869/international/usa-wollen-schwere-angriffswaffen-im-baltikum-und-polen-stationieren/

Neues Militärmanöver in Polen – Rußland warnt NATO vor weiteren militärischen Provokationen

Rund 10.000 NATO-Soldaten werden dieses Jahr in Polen erwartet, um dort Übungsmanöver und Kriegsspiele abzuhalten. Bereits diese Woche trainieren aus den USA entsandte Kampfflugzeuge in der Nähe der russischen Grenze.

Ausführlich.

https://deutsch.rt.com/15435/international/neues-militaermanoever-in-polen-russland-warnt-nato-vor-weiteren-militaerischen-provokationen/

Als hätte Polen nicht aus seiner Geschichte gelernt. So wurde es bereits im September 1939 von den Engländern und Franzosen verraten, als diese ihren Beistandsverpflichtungen gegenüber Polen nicht nachkamen.

Das ist aber eine polnische Angelegenheit, aber sobald aus Osteuropa ein Kriegsherd erwächst, ist es schon eine europäische Angelegenheit, zumindest eine der Nachbarländer.

 

  1. Wo kann sich der 3. Weltkrieg entzünden?

Zur Erinnerung: Ein Anlaß für den 2. Weltkrieg war die polnische Sturheit hinsichtlich  der „Korridor-Frage“, das Vertrauen auf den Beistandspakt mit Großbritannien und Frankereich sowie die völlige Fehleinschatzung der gegenseitigen Lage. Wie es bekannt ist, ließen beide Länder Polen in Stich, obwohl sie Polen zur Kriegsbereitschaft und Mobilmachung gegen Deutschland ermutigten.

Das führte schließlich soweit, daß der polnische Botschafter noch am 1. September 1939 nachts um 2 Uhr sich weigert deutsche Vermittlungsvorschläge anzunehmen. Das waren 2 1/2 Stunden vor Beginn des Krieges. Wie sagte damals ein Staatsmann dazu: „Da war noch einmal der Frieden zu retten“.

Es handelte sich dabei um den 16-Punkte-Vorschlag der Reichsregierung, der nach den Worten es englischen Außenministers wie ein Vorschlag des Völkerbundes sei.

16.Punkte-Plan und Korridor-Frage: siehe hier

http://weltenesche.com/politik/allg.%20politik.html (lfd. 21) Seit 61 und 63ff

 

  Es ging in diesem um einen Eisenbahn- und Straßenkorridor von 1 km Breite entweder

·     von Bromberg nach Gotenhafen (Gdingen)

·     oder von Bütow nach Danzig.

Welche Möglichkeit bestimmt wird, sollte von einer Volksabstimmung unter Kontrolle des Völkerbundes abhängen.

Quelle:

Junge Freiheit Nr. 36/12 vom 31.8.2013

Daß Danzig und der Korridor ein Pulverfass waren und die Lunte schon 1919 in Versailles gezündet wurde, bestätigt 1919 die Aussage des französischen Generalfeldmarschall Foch beim ersten Blick auf die in Versailles vorgelegte neue Landkarte Osteuropas. Er zeigte mit dem Finger auf die gerade neue geschaffene „Freie Stadt Danzig“ und sprach: Hier beginnt der nächste Krieg!“ http://www.deutsche-schutzgebiete.de/vertrag_von_versailles.htm

Wie recht er doch hatte. An der Korridor-Frage entzündete sich de 2. Weltkrieg.

 

Der Suwalki Gap

  Was im 2. Weltkrieg die Korridor-Frage und Danzig waren, wird im 3. Weltkrieg der Suwalki Gap oder auch die Suwalki Lücke (Gap englisch = Lücke) sein.

Der 3. Weltkrieg beginnt in und um Suwalki Gap. Das ist jene unscheinbare Lücke, die zwischen zwei Dreiländerecken verläuft.

In der Terminologie der NATO werden die polnischen Gebiete um Suwalki, Augustów und Sejny, die das Gebiet der baltischen Staaten mit dem polnischen NATO-Partner

verbindet und das Territorium der russischen Exklave Kaliningrad von Weißrussland teilt, so bezeichnet.

Der Grenzabschnitt verläuft 65,4 km Luftlinie bzw. 100 km am Boden,

Laut dem US-Militär ist diese Region eine der potentiell entzündlichsten Punkte in Europa. Die Nato bezeichnet sie als ihre Achillesferse.

Quelle : https://de.wikipedia.org/wiki/Suwalki_Gap

Siehe auch hier:

 

Warum die Erinnerung an die Korridor– und Danzig-Frage?

Im 2. Weltkrieg war es die polnische Sturheit hinsichtlich der „Korridor-Frage“, das Vertrauen auf den Beistandspakt mit Großbritannien und Frankreich sowie die völlige Fehleinschätzung der gegenseitigen Lage, die mit zur Katastrophe führten. Dazu kamen noch deren Überheblichkeit und Größenwahn gegenüber den Nachbarvölker.

Ähnliche scheint es auch heute der Fall zu sein. Polen provoziert, schätzt die Lage nicht richtig ein, rüstet auf und verläßt sich auf diese Bündnispartner, welche es schon einmal verraten haben.

Kann man solch einem Land die Sicherheit für Osteuropa anvertrauen? Nein! Polen ist also ein Sicherheitsrisiko in Osteuropa und damit für Europa.

 

Gerd Medger

am 12. Januar 2017

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