Festung Europa – Veranstaltung am 16. Mai 2016 in Dresden

Gerd Medger – 16.05.2016

  1. Gesamteindruck
  • Pfingstmontag – Schönes Wetter – sehr gute Stimmung unter den tausenden Teilnehmern.
  • Der Versammlungsplatz (Neustädter Markt am Goldenen Reiter) war voller patriotischer Menschen.
  • Ein dichtes Fahnenmeer, zahlreiche selbstgefertigte Plakate.
  • Dresden wird als Zentrum des europäischen Widerstandes bezeichnet- das verpflichtet.
  • Ein großer Block der Identitären Bewegung nahm erneut teil.
  • Hauptredner war Tatjana Festerling. Sie fordert eine „Renaissance unseres Wertebewusstseins, ein Wiedererwecken unserer deutschen Identität“.
  • Zahlreiche Redner aus Polen, Tschechien, Dänemark, Australien, Frankreich, Niederlande, Spanien und Deutschland- sie einte alle die Sorge um unsere abendländisch-christliche Kultur.
  • Laute und kreischende Störer der selbsternannten Demokratiehüter kamen nicht zur Wirkung. Die Polizei hatte alles gut im Griff. Man hörte aber ständig deren Pfeifen und Rufen.
  • Es war die Fortsetzung der Veranstaltung vom 6. Februar 2015 (lfd. Nr. 76) in Dresden, auf welcher die Prager Erklärung veröffentlicht wurde.

Damals versammelten sich 14 Pegida-Ableger in den europäischen Städten.

 

  1. Verlauf der Veranstaltung

 

Gesamtaufzeichnung der Veranstaltung (2.30 Stunden)

 

 

EPOCHE TIMES schreibt dazu:

Heute fand in Dresden eine Kundgebung der europaweiten Bürgerbewegung

„Festung Europa / Fortress Europe“

statt. Tatjana Festerling hatte ein Treffen europäischer EU- und Islamisierungsgegner organisiert, welches auch zur Aussöhnung der europäischen Völker untereinander beitragen sollte.

Ausführlich:

http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/pegida-live-ticker-eu-kritik-und-europaeische-versoehnungsgesten-von-festung-europa-rednern-16052016-a1329848.html

 

Eröffnung durch Lothar Hoffmann (14 min)

 

 

Rede von Tatjana Festerling (10 min)

 

 

 

  • „Europa gehört den Europäern“, das ist die Antwort auf die EU-Zwangsverteilungsquote
  • „Wir lassen uns nicht vorschreiben, wer und wie viele Wirtschaftsflüchtlinge wir aufnehmen wollen“.
  • „Wir kämpfen gegen den Islam und die Islamisierung unserer Länder und für das Erwecken einer nationalen und europäischen Identität“.
  • Sie erwähnt die Fahnen der Identitären Bewegung, die zu sehen seien und spricht sie an, sich gemeinsam auf europäischer Ebene zu vernetzen.
  • Sie fordert eine „Renaissance unseres Wertebewusstseins, ein Wiedererwecken unserer deutschen Identität“.
  • „Eine starke Identität schützt vor Verführungen durch Ideologen, und ohne uns Deutsche wird eine Festung Europa nicht funktionieren.“
  • „Unserer Politiker und Medien versuchen immer offensichtlicher uns zu erziehen“ und die Deutschen in eine ewige Büßerhaltung zu zwingen.
  • Es folgt ein emotionaler Film, der die wichtigsten geschichtlichen und kulturellen Errungenschaften Europas in Wort und Bild abbildet. Unter den Bildern, die von antiken griechischen und römischen Stätten über Stonehenge bis zum Petersdom und Barockkirchen reichen werden auch „die Türme des Kreml“ gezählt – also ein Europa-Begriff der Russland mit einschließt.
  • „Wir wollen unser Europa vor Überfremdung schützen und daß unsere Kinder und Enkel in Frieden aufwachsen können“. (Jubel)

 

Ein Australier: (Sprecher der „Australian Liberty Alliance“)

  • „In Deutschland sei ein NEIN ein NEIN und ein JA ein JA. In welcher Kultur gibt es das noch?“
  • Er sagte den Deutschen, daß sie sich nicht kleinreden und abschaffen lassen sollen.
  • Er zitiert Aristoteles: „Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft“.
  • In Australien gebe es genau die gleichen Probleme wie in Deutschland.

 

Marek, ein Tscheche (4min)

 

 

  • Er nennt Freiheit, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit gemeinsame Werte des europäischen Kulturraums.
  • Er kündigt an, man wolle Europa bewahren, wie es ist: Frei, voll Wohlstand und sicher.

 

Miroslav Lidinský, Chef der tschechischen Partei Usvit (6 min)

 

 

  • Im Jahr 2012 waren es 800 Jahre her, daß der tschechische König Ottokar I. dem deutschen König Friedrich II. eine tschechische Krone verlieh für dessen Freundschaft und herausragende Dienste.
  • Er erwähnt noch den König Karel, der vor 700 Jahren antrat und als Gründervater der Tschechen gilt. Er kämpfte gemeinsam mit anderen Europäern gegen eine islamische Invasion durch die Türken.
  • „Schon 1400 Jahre verteidigen wir Europa, unsere Kultur, unseren Reichtum, unsere Rechte, gegen Invasion.“

 

Französischer Rechtsanwalt Karim Ouchikh (9 min)

 

 

  • Der französische Rechtsanwalt Karim Ouchikh, Präsident der mit dem Front National assoziierten Partei SIEL,
  • Er dankte Tatjana Festerling „für ihr enormes Engagement für die Sache der europäischen Völker“. „Wir alle in Frankreich bewundern sie“.
  • Rußland sei „die andere spirituelle Lunge unseres Kontinentes“, mit der man Austausch suchen müsse.
  • Die Franzosen hätten heutzutage kaum noch Beziehung zu ihren natürlichen Werten und ihr Patriotismus sei dabei, sich aufzulösen.
  • Frankreichs größtes Problem und Bedrohung sei jedoch das Migrations-Chaos.
  • Europa müsse sich bewaffnen – politisch, moralisch und geistig. Diese Überlebenswichtige Reaktion könne nicht ohne Deutschland geschehen. Deutschland sei ein starkes Land, welches Frankreich und die Franzosen unendlich respektieren.
  • Wir in Frankreich bewundern die Ernsthaftigkeit und Gewissenhaftigkeit der Deutschen“, die ein Volk von harten Arbeitern seien. Die Deutschen suchen immer gute Beziehungen zu ihren europäischen Nachbarn und versuchen zuerst immer Kompromisse, statt andere mit ihrer Macht zu besiegen.
  • Er lobte den Beitrag der Deutschen zur europäischen Kultur in Sachen Musik, Literatur und bildender Kunst. Auf all das sollte sich Deutschland stolz und glücklich fühlen.
  • Seit 1945 belastet Deutschland ein Gefühl der kollektiven Schuld an den Verbrechen des NS-Regimes.
  • Es gibt meiner Meinung nach keinen Grund, daß dieser Geisteszustand weiter besteht.
  • Deutschland habe seine Schulden längst beglichen. Wir alle in Frankreich wissen, daß die Deutschen nicht ewig und kollektiv für den Schrecken der Vergangenheit haftbar gemacht werden dürfen“.
  • „Zu Ende meiner Rede möchte ich Euren Widerstandsgeist hochschätzen“.
  • Er möchte noch einmal die treue Freundschaft der Franzosen zu den Deutschen bezeugen.
  • „Es lebe Dresden, Deutschland und Europa!“

 

Statement des Franzosen Jean Yves le Gallou Politiker (6 min)

 

 

  • Er war bereits Europa-Abgeordneter der Front National.
  • Er sprach darüber, daß je weiter der 2. Weltkrieg zurückliege, die Schuldzuweisungen unter den Völkern zugenommen hätten.
  • Zuerst waren nur die Deutschen schuld, mittlerweile habe es sich aber auch ausgedehnt auf andere Nationen, die sich schuldig fühlen sollen.
  • Man redet ihnen Schuldgefühle ein, dafür daß sie Kolonien besaßen und dort die Bevölkerung unterdrückten. Schuldig solle sich mittlerweile sogar die schweizerische Bevölkerung fühlen, die von 1939 bis 45 neutral blieb und niemals Kolonien betrieben habe.
  • Er forderte die Europäer auf, ihre Schuldkomplexe aufzugeben und gemeinsam für die Bewahrung ihrer Kultur einzutreten und sich gegen „Afrikanisierung und Islamisierung“ zu wehren.

 

Tanja Groth Dänemark (5min)

 

 

  • Tanja Groth von der Freedom-Bewegung in Dänemark
  • Sie sagte, daß es nicht nur Deutschland ist – auch in anderen europäischen Ländern werde so etwas wie ein „weißer Schuldkomplex“ gepflegt.
  • Man müsse sich schämen „für unsere erfolgreichen Kulturen“?
  • Das könne nicht sein, man habe sich diesen Erfolg durch harte Arbeit verdient. Und wenn man heutzutage Angst habe, zu seiner Kultur und Zivilisation zu stehen, weil man als Rassist beschimpft werden könnte – dann bedeute das, daß man Angst vor Worten habe.
  • „Ihr seid deutsche Leute und nicht die deutsche Vergangenheit“.
  • „So wie ihr nicht verantwortlich seid, was eure Nachbarn tun, seid ihr nicht verantwortlich für das was eure Väter und Vorfahren getan haben.“
  • Die Deutschen haben das, was man in Nordamerika „Köpfchen“ nennt. Ihr seid klug und habt Ausdauer. „Ihr seid fantastische und starke Leute.
  • „Ich flehe euch an, wieder stolz zu sein.“ Es sei nichts daran falsch, weder am deutschen Wesen, noch am Wunsch, daß die deutsche Kultur weiterblühen möge. Dasselbe finde sie als Dänin auch und wünsche der dänischen Kultur eine blühende Zukunft.
  • „Ohne Deutschland gebe es auch kein Dänemark und kein Europa. Wir brauchen Deutschland um uns zu erheben und wieder stolz dazustehen.

 

Ein polnischer Abgeordnet (6 min)

 

 

  • „Herzliche Grüße aus dem polnischen Parlament“
  • „Wir hatten gewählte Könige, weil wir schon immer eine Demokratie hatten – und zwar eine bessere, als die es heute im Westen gibt“.

 

 

Noch ein polnischer Redner (Ruch Narodowy-Redner)

  • „Wir wissen wie schwierig unsere gemeinsame Geschichte war. Es ist aber der Moment gekommen, an dem wir all dies vergessen müssen. Ist es euch bewußt, daß ihr durch die demographische Entwicklung und die Migration innerhalb der nächsten 20 Jahre Minderheit im eigenen Land sein könntet?“
  • „Nur die Deutschen unter der Führung von Merkel sind für uns eine Bedrohung“.
  • Merkels Plan sei, ein Multikulti-Imperium aufzubauen, „und das wollen wir nicht“.
  • Er fragt, wie sich Merkel erdreisten könne, daß sich ihre CDU „christlich“ nenne.
  • In Polen kämpfe man unter der Losung „Gott, Ehre und Heimat“ und das ist der beste Ausdruck des Christentums.
  • In Polen habe man beschlossen, sich der EU zu wiedersetzen und „keinen reinzulassen“.

 

Ein Vertreter des neuen spanischen Bündnisses „Respeto“

  • Er spracht über Spaniens Geschichte und die Reconquista – einen Kampf für die spanische Kultur, der gegen islamische Besatzer über Jahrhunderte geführt wurde. Nicht aus Hass auf andere – sondern aus Liebe zur eigenen Identität.
  • Er spracht nun über Deutschlands klassische Musik, die Menschen auf der ganzen Welt beglücke. In ihr drücken sich Streben nach Exzellenz, schlichter Schönheit und ein auf Gott gerichteter Blick aus.
  • „Bleibt dem treu, was ihr gewesen seid. Denn nur, wenn ihr bleibt, was ihr gewesen seid, bleibt Deutschland das Licht der Völker“.

 

 

Ed der Holländer (4 min)

 

 

  • Er spracht ebenfalls über Nationalstolz. Zum Beispiel verbinde die schwarzrotgoldene Fahne mit positiven Ereignissen – der deutschen Wiedervereinigung.
  • Ed erwähnte die vielen großartigen Künstler, Komponisten und Erfinder, die Deutschland herausragende Errungenschaften erschaffen ließen.
  • Mit der deutschen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit könne kein anderes Volk mithalten. Deutsche Disziplin und Fleiß haben sich wirtschaftlich darin niedergeschlagen, daß Deutschland Exportweltmeister sei.
  • „Ihr seid keine emotionslosen Menschen, sondern lustig und cool“. „Deshalb sind wir Niederländer sehr froh, Nachbarn wie euch zu haben.“ Deutschland könne stolz sein, auf das, was es in den vergangenen 70 Jahren geschafft habe. Die Deutschen sollten ihre Fahne ruhig öfter zeigen – nicht nur beim Fußball.

 

Tatjana Festerling ist die nächste Rednerin.

  • Sie schlug vor: „Lasst uns gemeinsam unsere emotionalen, historischen und politischen Verstimmungen verabschieden.“
  • „Die Vergangenheit“ dürfe nicht unsere heutigen Entscheidungen beeinflussen. Denn die Vergangenheit sei heute die schärfste Waffe von Politik und Medien gegen die eigene Bevölkerung.
  • Sie erinnerte an den Breslauer Kardinal Kominek: Er bemühte sich bereits in den 60 Jahren um die Versöhnung von Polen und Deutschen. Nun bittet sie alle ausländischen Redner den Satz in ihrer jeweiligen Sprache zu sagen, der bis heute groß unter Komineks Denkmal auf Polnisch und auf Deutsch steht:

„Wir vergeben und bitten um Vergebung“.

Die Menge sprach den Satz auf Deutsch mit. Die Redner sagen den Satz und bleiben gemeinsam auf der Bühne stehen.

Wir vergeben und bitten umVergebung

 

 

 

Lothar Hoffmann dankte allen Beteiligten. Ohne die Hilfe aller wäre es nicht möglich gewesen. Er dankt auch der Polizei für den Schutz der Veranstaltung und „den Schreihälsen dahinten“ sagte er: „Ohne Euch wär es gar nicht so schön gewesen …“

„Wir fordern Freiheit, Individualität und Souveränität für alle Völker Europas“.

 

ZDF Lüge (1 min)

 

 

 

Gegenprotest

 

 

 

 

  1. Weitere Darstellungen in den Medien

 

 

Mitteldeutscher Rundfunk swendet darüber:

Dresden „Festung Europa“ von Gegendemos begleitet

http://www.mdr.de/sachsen/dresden/mehrere-demonstrationen-am-pfingstmontag-in-dresden-100.html

Mehr als 2.000 Menschen haben am Pfingstmontag an der Kundgebung des Bündnisses „Fortress Europe“ („Festung Europa“) teilgenommen. Die Forschungsgruppe „Durchgezählt“ sprach von 2.000 bis 2.800 Teilnehmern. Sie folgten einem Aufruf von Tatjana Festerling – einst Bürgermeisterkandidatin von Pegida. Dort ist sie jedoch seit Wochen nicht mehr

Anhängerschaft durch „Identitäre Bewegung“ geprägt

Festerling warb auf der Facebook-Seite von „Fortress Europe“ für einen „echten Zusammenhalt, europäischen Gemeinschaftssinn und einen starken europäischen Korpsgeist“, um als „vereinigte Europäer gemeinsam für den Erhalt des Kontinentes zu kämpfen“. An einem der bekanntesten Dresdner Denkmale – dem Goldenen Reiter – ergriffen mehrere Redner, unter anderem aus Polen, Australien und Dänemark, das Wort. Sie forderten ein Ende der Zuwanderung nach Europa. Festerling sprach sogar von „einer Bedrohung durch eine globale Völkerwanderung“.

Wie bei Pegida wurde Kritik an den politischen Eliten und Bundeskanzlerin Angela Merkel geübt. Das Publikum quittierte die Beiträge mit „Merkel muss weg“ und „Festung Europa, macht die Grenzen dicht“-Rufen. Sie eint zudem die strikte Ablehnung des Islams und die Angst vor Migration aus diesem Kulturkreis. Erstmals trat die Bewegung im Februar in Erscheinung. Weitere Auftritte in Dresden wurden angekündigt.

Nach Angaben eines MDR-Reporters war die Anhängerschaft stark geprägt von Teilnehmern der sogenannten Identitären Bewegung, der NPD und der AfD, von denen auch Landtagsabgeordnete vertreten waren.

 

Lautstarker Protest durch Gegendemonstranten

 

Die Kundgebung am Goldenen Reiter blieb nicht ohne Gegenprotest. Schätzungen zufolge folgten rund 250 Menschen dem Aufruf der Gruppe „Kaltlandreisen“, lautstark gegen die Festerling-Anhänger zu protestieren. Die Gegendemonstranten waren zuvor von der Stadt Dresden mit hohen Auflagen belegt worden. Danach durften während der Versammlung lediglich bis zu zehn Personen stellvertretend „optischen Protest“ ausüben. Die Aktivisten kritisierten zudem die zu große Distanz zur Veranstaltung „Festung Europa“. Die Gruppe konnte gegen die Auflagen nicht juristisch vorgehen – wegen des Feiertags hatte das Verwaltungsgericht geschlossen. Trotz der Einschränkungen protestierten Gegendemonstranten vor und während der Reden.

 

 

Sächsisch Zeitung Dresden meldet

Die gleichen Parolen wie Pegida

Etwa 2.000 bis 2.800 Menschen kamen zu einer Kundgebung der islam- und fremdenfeindlichen Aktion „Festung Europa“ in Dresden. Bei der Kundgebung am Goldenen Reiter wurden auch einzelne Vertreter der rechtsextremistischen NPD und der neurechten identitären Bewegung beobachtet.

Dresdner und Besucher konnten zum Pfingstmontag am Goldenen Reiter wählen: ein Bier von Watzke auf der einen Seite, ein Eis im Venezia auf der anderen oder ein Mix aus islamfeindlichen Reden und altbekannten „Merkel muss weg“-Sprüchen zu Füßen August des Starken – lautstark gestört durch Trillergepfeif und „Antifaschista“-Rufen. Es war fast wie immer montags, nur eben nicht Pegida.

 

Etwa 2.700 Menschen waren einem Aufruf des Antiislam-Bündnisses „Festung Europa“ gefolgt, das zum zweiten Mal in Dresden aufgetreten ist. Etwa 200 Gegendemonstranten begleiteten das zweistündige Ereignis mit Sprechchören und lauten Pfiffen. Eine weitere Gegendemo mit rund 300 Teilnehmern fand später auf dem Postplatz statt. Bei der Kundgebung am Goldenen Reiter wurden auch einzelne Vertreter der rechtsextremistischen NPD und der neurechten identitären Bewegung beobachtet.

Hauptrednerin war Tatjana Festerling, die in den vergangenen Wochen verschiedene Länder besucht und versucht hat, ein europaweites Bündnis aus Pegida ähnlichen Aktionen zu schmieden. Im Ergebnis dieses Bündelungsversuchs sprachen auf der Veranstaltung Redner aus einem halben Dutzend Ländern. Sie sangen Loblieder auf die Deutschen und ihre Tugenden und warnten vor „Überfremdung“. Das Publikum nahm Anti-Merkel-Stichworte gern auf und rief die Parolen, die von einigen Tausend Demonstranten immer montags in Dresden gerufen werden.

Zu sehen waren die Fahnen, die üblicherweise zu Pegida-Kundgebungen mitgebracht werden. Eine einzelne Pegida-Fahne erinnerte daran, dass die Frontfrau der „Festung Europa“ Tatjana Festerling auch noch Mitglied im Orga-Team von Pegida ist. Aber inzwischen geht sie offenbar eigene Wege. Pegida-Gründer Lutz Bachmann war bei der Veranstaltung nicht zu sehen.

http://www.sz-online.de/nachrichten/die-gleichen-parolen-wie-pegida-3396762.html

 

 

Sächsische Zeitung Dresden schreibt

Ereignisprotokoll: Das war der Demotag in Dresden

Zu der Veranstaltung „Festung Europa“ kamen rund 2.000 bis 2.800 Teilnehmer. Nach Wochen trat erstmals wieder Tatjana Festerling in Dresden vors Mikrofon. Eine Gegendemo wurde hinter einer Polizeisperre dicht daneben abgehalten. Der Tag im Ereignisprotokoll:

18.00 Uhr: Die letzten Festungshüter verlassen den Neustädter Markt. Am Goldenen Reiter kehrt wieder Ruhe ein – und wir beenden hiermit unser Live-Ereignisprotokoll. Einen zusammenfassenden Artikel lesen Sie hier: „Die gleichen Parolen wie Pegida“

17.40 Uhr: „Festung Europa“ ist jetzt zu Ende, die Teilnehmer verlassen den Neustädter Markt. „Gesungen wird heute nicht, weil die Hymne nicht zur Veranstaltung passt“, sagt Redner Lothar abschließend. Bei „Herz statt Hetze“ auf dem Postplatz sind unterdessen etwa 300 Menschen. Aeham Ahmad spielt auf dem Piano, die Zuhörer tanzen.

17.30 Uhr: Am Goldenen Reiter wird eine Videobotschaft eingeblendet, bei der die „Völker Europas“ zur Einheit aufgerufen werden. Tatjana Festerling heizt alle „glühenden Patrioten“ noch einmal dazu an, den „deutschen Schuldkomplex“ hinter sich zu lassen. Eine längere Rede schließt sich an. Sie gipfelt darin, dass Festerling gemeinsam mit den zuvor in ihren Landesprachen auftretenden Rednern mantra-artig den Satz „Wir vergeben und bitten um Vergebung“ mindestens zehnmal wiederholt. Redner Lothar hat jetzt wieder „Gänsehaut“ – und beendet die Veranstaltung mit einer weiteren Ansprache.

17.00 Uhr: Am Postplatz versammeln sich gerade etwa 100 Menschen zu einer Veranstaltung von „Herz statt Hetze“. Hier soll jetzt unter dem Motto „Musik bewegt die Welt – Bühne frei für ein Miteinander in Dresden“ gemeinsam gesungen werden. Sprecherin Rita Kunert eröffnet die Veranstaltung, die dazu dienen soll, mit Flüchtlingen in Kontakt zu kommen. „Denn Musik verbindet“, sagt Kunert.

16.50 Uhr: Identitäre Bewegung, Mitglieder von „Die Rechte“ und NPD – Anhänger rechtsextremer Verbindungen und Parteien sind bei „Festung Europa“ zahlreich und sehr präsent vertreten.

16.45 Uhr: Nach einem Australier, einem Tschechen, einem Franzosen und einer Dänin arbeitet sich nun ein Pole am gleichen Thema ab. Reflexhaft wird auf bestimmte Äußerungen wahlweise mit den Rufen „Merkel muss weg“, „Widerstand“, „Ausmisten“, ausmisten“ oder „Wir sind das Volk“ reagiert.

16.25 Uhr: Jetzt schickt sich ein französischer Redner der rechtsextremen Identitären an, die Ereignisse der Geschichte zu relativieren. Die Deutschen seien heute nicht mehr für das verantwortlich, was frühere Generationen im Zweiten Weltkrieg verbrochen hätten. Die Sprecherin einer dänischen Bürgerbewegung knüpft in ihrem Beitrag nahtlos an und führt auch noch die Opferrolle Dresdens ins Feld. Sie versucht so offenbar einen Zusammenhang zwischen dem Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg und einer damit verbundenen Widerstandsfähigkeit der Deutschen herzuleiten. Dass man sich hierzulande wieder erheben solle, wird mit dem üblichen Montagsruf „Wir sind das Volk“ quittiert.

16.05 Uhr: Unterdessen teilt die Studentengruppe „Durchgezählt“ via Twitter mit, dass zwischen 2 000 und 2 800 Menschen bei „Festung Europa“ sind. Am Gegenprotest beteiligen sich der Zählung zufolge 200 bis 250 Menschen.

15.50 Uhr: Ein Sprecher der „Australian Liberty Alliance“, einem selbsternannten australischen Pendant der AfD, übernimmt die Bühne. Er freut sich über freie Autobahnen in Deutschland und bezeichnet Kanzlerin Merkel als Kommunistin. „Merkel muss weg, Merkel muss weg“, ruft das Publikum. Anschließend kommt wieder der Redner namens Lothar, dem es erneut „warm ums Herz geworden“ ist.

15.40 Uhr: Trotz zuletzt deutlich rückläufiger Zuwanderungszahlen warnt Festerling das Publikum vor einer aktuellen Masseneinwanderung. Anschließend geht sie dazu über, den angeblichen Identitätsverlust Deutschlands in einem Wirrwarr an Vergleichen zu erklären. So sei etwa die deutsche Nationalmannschaft schlicht zur Mannschaft verkommen und das Selbstbewusstsein des Volkes durch eine kollektive „Umerziehung“ abhanden gekommen.

15.30 Uhr: Begleitet wird die Einstiegsrede von einem gellenden Pfeifkonzert der Gegendemonstranten, die doch sehr nah an die rechte Kundgebung herangekommen sind. Jetzt wird dem völkischen Publikum ein Film gezeigt, in dem Europa erklärt werden soll. Es fällt unter anderem der Satz „Europa ist Kochkunst auf der Basis von Öl und Butter“. Der zuvor schon in Erscheinung getretene Redner kommentiert das Ende des Films mit den Worten: „Mir ist ganz warm ums Herz geworden.“ Anschließend tritt Tatjana Festerling auf die Bühne, die sogleich beginnt gegen Brüssel und Muslime zu wettern und für Rechtspopulisten wie Orban, Wilders und Le Pen Partei zu ergreifen.

15.20 Uhr: Auf der Bühne eröffnet ein Redner namens Lothar den „Festung Europa“-Aktionstag. Dem für derartige Veranstaltungen üblichen Sticheleien gegen in Hörweite stehende Gegendemonstranten folgt ein deutlich vernehmbarer Seitenhieb gegen Pegida. Der Redner sagt, Tatjana Festerling habe „das alles hier organisiert“ und dafür kein Geld sowie keine Unterstützung von Pegida bekommen.

15.00 Uhr: Die „Festung Europa“-Veranstaltung hat jetzt begonnen. Eine größere Gruppe der rechtsextremen Identitäten Bewegung ist kurz zuvor noch auf den Platz marschiert. Laut der Twitterreporter von „Streetcoverage“ ist auch Alexander Kurth von „Die Rechte“ aus Leipzig anwesend.

14.50 Uhr: Bei „Festung Europa“ füllt es sich. Kurz vor Beginn der Veranstaltung sind jetzt etwa 2 000 bis 2 500 Menschen auf dem Platz vor der Bühne am Goldenen Reiter. Um die Hundert Gegendemonstranten stehen hinter der Polizeisperre. Während die eine Seite „Lügenpresse, Lügenpresse“ ruft, schallt es von der anderen Seite „Lügen-Lutz, Lügen-Lutz“. Gemeint ist damit wohl Lutz Bachmann, den man bis jetzt nicht vor Ort gesehen hat.

14.35 Uhr: Jetzt trifft Tatjana Festerling am Neustädter Markt ein. Sie schreitet in Richtung Bühne und sortiert noch ein paar Zettel, auf der möglicherweise eine Rede steht. Was die 52-Jährige zu sagen hat, könnte durchaus „Sprengkraft“ haben. Immerhin sei die heutige Veranstaltung auch als mögliche „Abspaltung von Pegida“ zu werten. Das erklärte soeben das Pegida-Gründungsmitglied Rene Jahn einem SZ-Reporter am Rande des Geschehens.

14.30 Uhr: Während auf der Altstädter Elbseite gerade Touristen vor der Semperoper für eine Besichtigung des Hauses Schlange stehen und viele den Feiertag für einen Spaziergang über die Brühlsche Terrasse nutzen, herrscht auf der anderen Seite momentan weniger Begängnis. Teilnehmer und Gegner der geplanten „Festung Europa“-Kundgebung zusammen sind nicht einmal 1 000 Personen. Dafür ist das Polizeiaufgebot immens.

14.20 Uhr: In Höhe des „Watzke“-Restaurants am Neustädter Markt bildet eine Kette aus Polizeiautos und Polizisten die Trennlinie zwischen Gegnern und Teilnehmern des Aktionstages „Festung Europa“. Inzwischen versammeln sich dort nun vorwiegend Gegner der in gut einer halben Stunde beginnenden Festerling-Veranstaltung am Goldenen Reiter.

14.10 Uhr: Bereits um 14 Uhr wollten sich Gegner der „Festung Europa“-Veranstaltung unter dem Titel „Rassismus tötet“ am Jorge-Gomondai-Platz versammeln. Gekommen sind bislang nur wenige. Auf der Hauptstraße setzt sich eine etwa 15-köpfige Gruppe in Richtung Goldener Reiter in Bewegung. Sie tragen ein Transparent mit der Aufschrift „Festung Europa zerschlagen – Bleiberecht für alle“ und werden von etwa ebenso vielen Polizisten begleitet.

Am 6. Februar hatten sich 13 Pegida-Ableger in europäischen Städten versammelt. In Dresden kamen rund 10 000 Teilnehmer ans Königsufer. Dieses Mal haben die Veranstalter 1 500 Personen angemeldet, die sich um 15 Uhr am Neustädter Markt treffen. Einige Gegner treffen sich bereits um 14 Uhr am Brückenkopf der Augustusbrücke und Gepida ruft unter dem Titel „Rassismus tötet“ zum Jorge-Gomondai-Platz auf. Von dort werden die Gegner versuchen, möglichst nah an die „Festung“ zu kommen. Zum Postplatz lädt das Bündnis „Herz statt Hetze“ ein. Ab 17 Uhr soll unter dem Motto „Musik bewegt die Welt – Bühne frei für ein Miteinander in Dresden“ gemeinsam gesungen werden. (szo/dpa)

http://www.sz-online.de/nachrichten/ereignisprotokoll-das-war-der-demotag-in-dresden-3396253.html

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