Integration der Weg, Desintegration das Ziel

Helmut Müller – 01.05.2016

Integration le chemin, désintégration la destination

Integration the way, desintegration the destination

In seinem berühmten Buch „Über die Entstehung der Arten“ schrieb Charles Darwin, es gebe Fälle „in denen eingeführte Pflanzen sich in kaum zehn Jahren über ganze Inseln verbreitet haben“. Ähnliches wusste man bald auch von Tierarten zu berichten. Die Neuen kamen ins Land und schlugen, begünstigt  durch besondere Umstände wie die Fähigkeit zu schneller Ausbreitung und zur Reproduktion sowie das Fehlen äußerer Feinde, ihre Wurzeln. Biologische Invasion inzwischen als ein globales Phänomen.

Nicht immer aber gehören die ansässigen Arten und ihre Umwelt zu den Gewinnern dieser Art von Globalisierung, eigentlich immer seltener. Daher ist dort, wo durch  biologische Invasoren autochthone Arten und Naturschätze zu verschwinden drohen, rasches Handeln ein Gebot der Stunde. Artenschutz beginnt im jeweiligen Heimatbiotop, sagen sogar Grüne, sie wollen es aber in keinem Fall auf den Menschen angewandt wissen.

Versucht man es trotzdem, so wird es gefährlich. Man begibt sich auf ein semantisches Glatteis, wo Zensoren darauf bedacht sind,  einen zu Fall zu bringen. Denn im Reich des Homosapiens hat es nach gutmenschlicher Einschätzung, eigentlich Einbildung, ohne Belang zu sein, wer zuwandert. Die Tüftler eines globalen Miteinanders haben dazu ein Zauberding in der Hand, und dieses heißt Integration. Danach soll es „Uns“ und „die Anderen“ eines Tages einfach nicht mehr geben.

Der Migrant hat keine Bringschuld mehr, die Gesellschaft  ist „als heterogene , vielfältige Gemeinschaft aller, in die alle bedingungslos einbezogen sind“, neu zu denken. Fragen nach typischen Merkmalen oder Verhalten einzelner oder einzelner Gruppen werden mit viel Aufwand an Einschüchterung und hasserfülltem Aktionismus als rassistische oder  faschistische zurückgewiesen. Der  vermeintlich einzig richtigen politischen Überzeugung, ein Dogma, wird der Vorrang vor wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Tagesrealität eingeräumt.

Diese Realität  hat allerdings inzwischen ein Stadium erreicht, das zumindest die vorerst  noch wenigen Einsichtigeren unter den einäugigen Gutmenschen wenn auch mit zusammengebissenen Zähnen zur Kenntnis nehmen wollen. Auch weil dasselbe Stadium den Vormarsch bestimmter Parteien begünstigt. Die aus Gründen des Selbsterhalts längst erforderliche Ausrufung des Notstandes scheitert jedoch an Schönrednern, Bedenkenträgern und Hosenscheißern.

Doch Bandenkriege, Schutzgeldmafia, Vergewaltigungen, Raubüberfälle, Jugendkriminalität und  Drogenhandel entsprechen so wenig wie Sozialmissbrauch oder  Einschleppung von Krankheiten durch Illegale  jener Bereicherung, die uns Politiker und ihre pseudowissenschaftlichen Zuarbeiter versprochen haben. Im Gegenteil, es führt ins totale Chaos. Ausgerechnet ein Migrantenkind, die algerischstämmige Schriftstellerin Malika Sorel, bringt das Problem auf den Punkt, wenn sie sagt, in Wirklichkeit seien die Inländer (aus ihrer Sicht die Franzosen) die wahren Opfer der Einwanderung. Und in dem Ausmaße, in dem diese erfolgt ist und weiter stattfindet, ist Integration nirgendwo mehr möglich.

Dazu weiß eine alte Volksweisheit: wer kommt, ohne vom Hausherrn eingeladen zu sein, für den ist das Haus bald zu eng und ein solcher  erwartet, dass der Eigentümer es ihm überlässt. Aber das scheinen irrlichternde  Politiker, Integrationsfetischisten und linksliberale Bobos, denen mehr als hundert verschiedene Nationalitäten unter einem Dach nicht genug sind, noch nicht kapiert zu haben. So wenig wie  gut behütete liberale und  konservative bürgerliche Stadtbewohner bereit sind, ihren Allerwertesten hoch zu heben, um von ihren liberalen Träumereien Abschied zu nehmen.

Immerhin, der belgische Justizminister sagt, was in Zukunft Sache sein wird: „In absehbarer Zeit werden in Europa praktizierende Muslime zahlreicher sein als Christen“. Doch, so ist er überzeugt, die Europäer seien sich dessen nicht wirklich bewusst. So scheint es in der Tat. Da mag man noch so die Menschenrechte oder das Asylrecht strapazieren, damit wird unsere Lage nicht verbessert, auch nicht mit verallgemeinernden Aussagen à la Kardinal Schönborn: „Wir dürfen nicht vergessen, was wir von den Migranten an Werten geschenkt bekommen“. Weiß der gute Hirte nicht, was im Land los ist?

Und wenn jetzt der Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes meint, Österreich sei durch die faktische Entwicklung zum Einwanderungsland geworden, also nicht „freiwillig“ oder „selbstbestimmt“, dann heißt das, wir haben das ganze ohne Widerstand über uns ergehen lassen. Wenn derselbe gute Mann  „aus Notwendigkeit, Dringlichkeit und aus Liebe zum Menschen“  zum Handeln auffordert, dann hat er natürlich nicht uns, die wahren Opfer, sondern die Masse der meist illegalen Einwanderer, denen die Herzen der Sozialromantiker und guten Hirten nur so zufliegen, im Sinne.

Nicht ohne Hintergedanken, denn, so sein Generalsekretär, es gelte „neue Kundengruppen zu erschließen“. Und so auch Überlegungen der  Kirche und von Parteien. Ähnliche Hintergedanken werden  auch beim Pensionsgespenst eingesetzt, um den Widerstand gegen massive Umvolkung zu brechen. Bei dem von der deutschen Industrie ausgerufenen Facharbeitermangel, der sich jetzt als Schimäre herausgestellt haben soll, ging es darum, das Facharbeiter-Angebot zwecks Lohndumpings entsprechend zu vergrößern.

Fasziniert von ideologischer Korrektheit die einen, von materiellen Vorteilen die anderen, von Coudenhove-Kalergies Ideen berauscht noch ganz andere,  will man der Mehrheit einreden, dass die in der Evolution angelegte Natur des Menschen, sich abzugrenzen und sich mit seinesgleichen zusammenzuschließen, dem Europäer nicht gut anstünde  und  durch einen von Toleranz geprägten, kulturelle und biologische Fakten ignorierenden Verzicht darauf, eher dem menschlichen Fortschritt diene. Inländerechte  ade?

Meine bescheidene Frage:  Aber scheitern alle Europäermacher nicht doch zuletzt an der Biologie? Ohne jemand beleidigen zu wollen, dazu ein drastischer Vergleich: So wie ein Esel, dem man Eidotter statt Disteln und Kraut aufdrängen wollte, danach keine Eidotter gebiert, sondern wieder nur einen Esel, wie Egon Friedell einmal gemeint hat, so würde auch das zehnte Kind einer vor wenigen Jahren in Österreich zugewanderten afghanischen Familie** nichts anderes als ein Afghane sein (wollen). Und dieser wird sehr stolz auf seine Herkunft sein.

Zwar bleibt auch ein umerzogener Deutscher ein Deutscher, doch anders als viele Autochthone in Österreich und in der Bundesrepublik Deutschland haben eben zugewanderte fremde Ethnien keine Scheu sich zu ihrer Nationalität zu bekennen. Und das ist ja gut so. Etwa auch Edita Malovcic, serbisch-bosnische Schauspielerin und Sängerin: „Ich stehe auf meine Herkunft“ .

Im ZDF –Info meinte ein „Flüchtling“ aus dem Orient, dem die Multikulti-Unterkunft nicht behagte: „Jede Nation hat ihre eigene Kultur. Die Menschen sollten nach Nationalitäten in den Häusern getrennt werden. Nicht alle passen zusammen.“ Anscheinend hat so einer mehr im Hirn als  alle unsere supergescheiten „Diversity“-Pharisäer, die es möglicherweise „geil“ finden, wenn Menschen aufeinander losgehen.

Merke: Ein dauerhaftes Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, noch dazu in größerer Anzahl, wird auch im günstigsten Fall schon allein deshalb verunmöglicht, weil  jene Grundwerte, die uns bisher als unersetzlich galten, von den verantwortlichen gesellschaftlichen und politischen Eliten längst in Frage gestellt und ausgehöhlt wurden. Man tabuisiert und relativiert daher lieber und schafft sich „aus Liebe“ zu den Fremden  selbst ab, während die zugewanderten Ethnien ihren natürlichen Ethnozentrismus ausleben (dürfen).

Ja sie werden darin von den edlen Migrantenflüsterern und Einbürgerungsmeistern auch noch bestärkt, dieselben aber der Mehrheit deren  Bestehen auf ihre natürlichen Rechte und Bedürfnisse als Faschismus oder Rassismus ankreiden, gelegentlich auch schon auf gewalttätige Art und Weise  ahnden. Politisch-ideologische Heimtücke und Heuchelei als politische Lebensregel? Auf Dauer kann das nicht gut gehen: Zuviel geheuchelte Humanität tötet Humanität, zu viel misslungene Integration fördert Desintegration, endet mörderisch.

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* Bis 2030 werden aus 100.000 Asylwerbern 4,6 Millionen, schätzt Thilo Sarrazin.

**Diese zehnköpfige Familie aus Afghanistan bezieht im Traumland Österreich 5682.-Euro an Mindestsicherung und Familienbeihilfe, dazu eine Gemeindewohnung und zusätzlich  zweimal 1285 Euro für zwei behinderte Kinder. Jetzt muss noch ein achtes Kind her, dafür soll der Steuerzahler auch noch die Kosten für die künstliche Befruchtung tragen . . .

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