Kustos kommentiert: Widrige Wahrheiten über eine Welt des Wahnsinns.

Mit freundlicher Empfehlung, Johannes Thiesbrummel – 01.10.2016
(zum Originalbeitrag)

kurz geklagt: Dominanzpenetranz

Woher auch immer die Damen und Herren des Vereins Tempelhofer Berg meine E-Mail-Adresse hatten, vermutlich unguter und datenschutzunverträglicher Weise direkt von der Senatsverwaltung, sie haben mir ganz schön den Tag versaut. Schließlich musste ich lernen, dass es um die Dinge im Land immer noch ein Stück schlimmer steht, als man vergeblich zu verdrängen versucht. Konkret ging es um eine viertägige Veranstaltung unter dem schnittigen Titel „Reflexion von eigenem Handeln, von Rassismus und Dominanzkultur“. Dies seien die üblichen Blasenphrasen des neuen Milieus , dachte ich kurz, stutzte dann aber: Dominanzkultur! Ein Begriff, ich gestehe es, der noch nicht zu meinem Sprachschatz gehörte, obwohl er schon 1995 von Birgit Rommelspacher kreiert wurde. Ein Begriff, der die ganze Perfidie der neuen Globalisten aufleuchten lässt.

Schnell erschloss sich, dass damit ein bewusster Gegenentwurf zu den Begriffen Leitkultur und Integration geschaffen wurde und heute begeistert genutzt wird. Im Kleinen werden hier die großen Dinge erkennbar, denn genau so funktioniert Ideologie: Eine weltanschauliche Zielvorstellung wird mit wohlklingenden (für das eigene) oder abwertenden (für den Feind) Begriffen vermengt und damit virtuell von der Begründungsnotwendigkeit befreit. In diesem Falle beschreibt es, dass die Bevölkerung eines Landes nicht nur kein Recht hat, sein kulturelles Erbe und seine kulturellen Vorstellungen zu bewahren, sondern dass jeder Versuch oder Gedanke in diese Richtung ein Ausdruck von Rassismus sei.
Umgekehrt bedeutet es den Verzicht auf die Erkenntnis, dass eingespielte Erfahrungen einer gewachsenen Kultur für deren Funktionieren erforderlich sind. Faustrecht als Ultima Ratio, Mädchenbeschneidungen, religiös motivierte Rechtsprechung und letztlich Terrorismus gegen die andersgläubige autochthone Bevölkerung – all das wird unter dem gegengestellten Kampfbegriff Dominanzkultur versteckt und entzieht sich fortan der Argumentationsverantwortung.

Brechen wir es einmal herunter. Ein mitleidiger Mensch lädt einen Fremden zu sich in die Wohnung ein, der möglicherweise nach kurzer Zeit beginnt, dessen Frau zu bedrängen, der erklärt, unbegrenzt bleiben zu wollen, der Forderungen stellt, alimentiert zu werden und der den Gastgeber bedrängt, wenn der eine eigene Meinung vertritt. Das neue Milieu würde diesen Gastgeber als unsozial bezeichnen, wenn der Gast aus dem eigenen Kulturkreis stammt, und als Rassisten, wenn er von weiter her kommt.

Schlimm genug, wenn Menschen sich so weit von der Wirklichkeit entfernt haben, um auf solche Ideen zu kommen. Noch schlimmer, wenn dies so aggressiv und intolerant vorgetragen wird, wie es überall tatsächlich geschieht. Unerträglich aber, wenn diese Ideologen als Wissenschaftler oder „Intellektuelle“ vom Milieu-System hochgeschätzt sind und von dem Staat unterstützt werden, der nicht nur rechtlich zur Verteidigung der gastgebenden Kultur verpflichtet ist. Genau dies ist in unserem heutigen Beispiel von der Dominanzkultur aber tatsächlich der Fall: Die dominanten Referentinnen der Veranstaltung arbeiten nach eigener Angabe in der politischen Bildungsarbeit. Doch damit nicht genug, denn gefördert wird die Veranstaltung durch die staatliche Landeszentrale für politische Bildung Berlin!

Ziel der Vorlesungen ist es, ehrenamtlich im Flüchtlingsbusiness arbeitenden Menschen beizubringen, dass sie keineswegs automatisch zu den Guten gehören, sondern bis dahin noch viel Unterwerfung erforderlich ist. Milieusoziologisch verquast formuliert dies die Referentin Nicole Günther so: „Während dieses Engagements kann es – auch innerhalb der Gruppen von Ehrenamtlichen – zu Irritationen und Missverständnissen kommen, welche mit der eigenen gesellschaftlichen Positionierung, Privilegien und damit verbundenen Erwartungen an diese Arbeit zusammenhängen können. Aber auch bei konfliktfreiem Miteinander ist eine Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen und individuellen ‚Wahrheiten‘ eine notwendige Selbstreflexion für eine gleichberechtigte, solidarische Zusammenarbeit in diesem Bereich.“

So funktioniert unter der Wortdominanz dieser wahnhaften Geister die Gehirnwäsche gleich dreifach. Zur verbalen Verschleierung der Realität kommt moralischer Druck und intellektuelle Verunsicherung hinzu. Es gilt unter anderem, das Selbstverständnis im Selbstverständlichen aufzubrechen, indem in Menschen Schuldgefühle erzeugt und ihnen virtuelle Heilsversprechen gemacht werden. Diese Methoden kennen wir von religiösen Sekten, aber wir lernen, dass die Moral in unserer Gesellschaft längst zum großen Teil ihrer funktionellen Elemente entkleidet und zu einem quasireligiösen Glaubensbekenntnis geworden ist.

Die so Verwirrten und ihre Verwirrer lieben es zu spiegeln, weil tief in ihnen der Zweifel am eigenen Tun noch lodert, und auch daran kann man sie erkennen. Wer also die Bewahrer einer Kultur als Dominanzstrebende verurteilt, eben der wird die Dominanz anstreben und für seine eigene Selbstbestätigung brauchen. Dies erklärt auch den missionarischen Eifer und die Kompromisslosigkeit, mit der die neue Lehre durchgesetzt wird. Der Mehrheit wird ihre Lebensweise durch eine Minderheit abgesprochen. Das ist dann aber nicht mehr Dominanz, das ist Dominieren.

Eingeladen wurde ich übrigens erst am Donnerstag für diese Veranstaltung, die schon heute beginnt. Sollte ich da etwa mangels Interesse anderer nachnominiert werden? Das wäre am Ende dann doch noch eine versöhnliche Idee.

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