Sorgen der Noch-Merkelgetreuen oder der stromlinienförmig angepassten Mitläufer, die stets ohne eigene Meinung auskomme

Gerd Medger

Wie sollen diese sich nach einem Kanzlerwechsel verhalten?

Man muss diese Systemknechte auch verstehen wollen:

  • In Ermangelung einer eigenen Traute und ohne eigene Meinung kamen diese bisher sehr gut durch das Parteileben.
  • Sie besaßen stets eine Meinung, wenn es zugleich auch die Meinung der Obrigkeit war.
  • Sie dachten nie eigenständig über Dinge und Erscheinungen nach, weil es doch viel bequemer war, das den anderen zu überlassen und sich denen anzuschließen.
  • Als die ersten Rücktrittsforderungen gegenüber der Frau Merkel kamen, pflegten sie feierlich und voller Empörung die eingeübten Regeln der Empörung und schlugen sich stets blindlings, also ohne nachzudenken, auf die Seite von Frau Merkel. Man ist schließlich mit ihr eine Symbiose eingegangen; die berufliche und parteiliche Entwicklung hing von dieser Frau ab.

Aus dieser Lage heraus war es für diese Merkelgetreuen selbstverständlich, diejenigen, die es wagten, ihren Rücktritt zu fordern, in die rechte Ecke zu stellen, sie auszugrenzen, ihnen populistische (was das auch immer heißen mag) Losungen zu unterstellen und vieles mehr . . .

Man kann diese Merkelgetreuen auch als Realitätsverweigerer bezeichnen. Das ist wohl auch verständlich, denn diese eingegangene Symbiose war doch sehr bequem und nützlich.

Plötzlich, über Nacht und wie ein Donnerschlag, scheint die FAZ mit einem Gastbeitrag von Prof. W. Steeck mit dem Titel: „Merkel-ein Rückblick“ diese Frau zum Abschuss freigegeben zu haben.

Man sollte sich erinnern, dass diese Zeitung auch das große Halali gegen den damaligen Bundeskanzler H. Kohl eingeleitet hat.

Nun haben die Merkelgetreuen ein großes Problem: Sie müssen sich spreizen, sie müssen gegenüber der Parteibasis Opposition zeigen, so ganz nach dem Motto: Seht doch, ich bin auch auf Eurer Seite. Das kann natürlich sehr riskant sein, nämlich dann, wenn Frau Merkel nicht zurückgetreten wird.

Andernfalls muss man genügend Mut aufbringen, um sich bei einem Nachfolger als Partner für eine Symbiose anbiedern zu können; also sehr viel Widerstand gegen Merkel aufbringen.

Das ist ein Spagat den sich jetzt die Getreuen unterziehen müssen. Nennen wir diesen einfach

Anpassungs-Distanzierungs-Spagat

Gleichartiges gab es zum und nach dem Ende der DDR. Nach der Wendezeit wollte keiner in das System der DDR eingebunden gewesen sein.

Für den Fall des Kanzlerwechsels oder Systemwechsels sollten wir uns bereits jetzt an die folgenden Aussagen und Sprüche gewöhnen. Wir werden diese aufdringlich hören müssen.

Diejenigen, welche den Rücktritt der Frau Merkel unterstützt und vorangetrieben haben, werden sicherlich sehr schnell zu Seite gestoßen und von den bisher Getreuen überholt werden. Man nennt sie auch Wendehälse.

Beispiele zum gewöhnen:

  • Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Aufnahmeantrag unterschrieben zu haben. Das muss ohne mein Wissen geschehen sein. Ging ja vielen so. Das lief ganz automatisch.
  • Wir sind natürlich davon ausgegangen, dass Merkel einen Plan hat, es konnte doch keiner ahnen, dass es ihr nur um ihren Machterhalt ging.
  • Wir hatten halt unsere Weisungen.
  • Es war nicht alles schlecht unter Merkel.
  • Niemand hatte vor, die Grenzen zu öffnen.
  • Ich war eher Karteileiche, nie wirklich engagiert. Aber der Müller, der war ein Hundertprozentiger! Ganz fanatisch war der.
  • Ja, auch ich stand am Bahnhof und habe geklatscht! Aber man hat mich gezwungen! Sonst wäre ich aus unserer WhatsApp-Gruppe ausgeschlossen worden!
  • Refugees welcome? Wir konnten doch gar kein Englisch! Wir wussten doch gar nicht, was das heißt!
  • Was hätte ich denn da als Einzelner tun sollen?
  • Wir hätten es uns nie träumen lassen, dass wir einmal vor den Schutzsuchenden, Schutz suchen müssen.
  • Diesen ‘Wir schaffen das’-Quatsch hat doch keiner wirklich geglaubt. Aber es gehörte sich damals einfach so, dass man da mitmachte.
  • Ich habe persönlich zwei AfD-Wähler heimlich bei mir im Keller versteckt!
  • Ich wollte das gar nicht. Plötzlich stand ich in dieser Menschenmenge und…. alle hatten Teddys. Und die Leute sagten „Du musst klatschen! Du musst klatschen!“ Jemand drückte mir eine Blume in die Hand. Es war grauenhaft.
  • Unsere Nachbarn haben auf einer Demo mal „Merkel muss weg“ gerufen. Und dann hatte der Mann auf einmal keine Arbeit mehr und die Wohnung wurde ihnen auch gekündigt. Da habe ich lieber den Mund gehalten.
  • Wenn Sie wüssten! Ich habe innerlich gelitten, wie ein Hund. Das waren halt einfach andere Zeiten, das können Sie sich heute nicht vorstellen. Wir haben doch von nichts gewusst, wir hatten doch nur ARD und ZDF.
  • Ich habe mich freiwillig zur Entmerkelisierung gemeldet! Als Erster! Noch bevor von deren Kapitulation in der Presse zu lesen war!
  • Natürlich gab es Gerüchte. Aber wir waren blind, wir konnten uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie dahinter steckt. ›Wenn das die Kanzlerin wüsste!‹, das habe ich sehr, sehr oft gehört.
  • Als die ersten Terroranschläge begannen, hatte ich mir schon gedacht, dass wir da nicht nur Fachkräfte reinließen. Aber der gesamtgesellschaftliche Druck war sehr groß, man wollte ja auch nicht als Nazi tituliert werden.

 

Gerd Medger 25.11.2017

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