Technik erzwingt Umdenken

Johannes Hertrampf

Ein Jahr nach der Wahl von D. Trump zum Präsidenten der USA dämmert es in der deutschen Öffentlichkeit, dass Trump ein ernstzunehmender und zielstrebiger Politiker ist. Sein strategisches Konzept, mit China und Russland ein einvernehmliches Verhältnis herzustellen, liegt im Interesse aller Völker und lässt die streitsüchtigen Führer der westlichen Welt, vor allem auch das alte US-amerikanische Establishment, allmählich kleinlaut werden.

Zwar überschütten die deutschen Medien noch immer D. Trump täglich mit Geifer und Häme und plustern sich auf, als schrieben sie Weltgeschichte, aber der Zug ist abgefahren. Je eher sich die Einsicht durchsetzt, dass es ein Europa unter Führung Deutschlands nicht geben und Europa keine zusätzliche Weltmacht sein wird, desto besser für die Europäer, die sich von nun an ganz auf die Gesundung und Erneuerung ihrer Staaten und ihres Kontinents konzentrieren können.

Gegen Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts hatte Gorbatschow einen Prozess eingeleitet, den die meisten Menschen nicht für möglich gehalten hatten – die friedliche Auflösung des Sowjetunion, die Entlassung der Völker des Ostblocks in die freie Selbstbestimmung. Damit wurde der bis dahin größte historische Anspruch, eine gerechte Ordnung für alle zu schaffen, als unlösbare Aufgabe beendet. Nun, zu Beginn des Einundzwanzigsten Jahrhunderts, bringt die gewalttätigste Macht der Menschheitsgeschichte einen Mann hervor, der ein Programm verfolgt, welches eine ganze Menschheitsepoche abschließt. Er verkündet nicht eine Zukunft der endgültigen Gerechtigkeit, er fordert die Beendigung von Lüge und Korruption in der Gegenwart, die Beendigung der Fahrt in den Abgrund, ganz zuerst für Amerika. „Amerika zuerst!“ und ein sachlicher, auf nationalen Eigennutz gerichteter Umgang mit den Großmächten China und Russland und allen bereitwilligen Staaten sind für D. Trump eine Einheit. Darin liegt der Ansatz für eine andere Gesellschaft. Aber wie diese aussehen soll, das sollen die Völker selbst entscheiden. Das ist eine Absage an den bisherigen Führungsanspruch der USA und das Angebot zur freien Kooperation. Das ist keine Absage an die internationale Zusammenarbeit, sondern eine Zusage eines neuen Stils, der Schlusspunkt unter eine Politik, die auf Weltherrschaft und Entmündigung der Völker ausgerichtet ist.

Für den unvoreingenommenen Beobachter zeigt sich eine gewisse Parallele zur politischen Orientierung nach dem Untergang des sowjetischen Imperiums. Das ist auch nicht verwunderlich, denn die Alternative zu jedem Imperium ist die Gemeinschaft freier Völker, die ihr Leben in Selbstbestimmung führen. Dazu gehört ein unbedingter Verzicht der ehemaligen Herrschaftsmächte auf bis dahin geltende Vorrechte, bedingungslose Auflösung aller Verträge und Bindungen, in denen Abhängigkeiten anderen Völkern diktiert wurden. Wie die Völker leben wollen, darüber sollen einzig und allein sie selbst entscheiden.

Setzt sich diese positive Wendung in der Weltpolitik fort, leitet sie das Ende der Ära ein, in der die Menschheit einen Großteil ihres schöpferischen Vermögens in Irrwege investierte. Der Irrweg erschien gleichsam der Preis des Fortschritts zu sein. Das klingt sonderbar, hat aber den Grund, dass der Wille des Menschen sein Handeln dirigierte, so dass er sich von Irrtum zu Irrtum durch die Geschichte hangelte, bis zu dem Punkt, an dem seine Weiterexistenz gefährdet ist. An dieser Schwelle stehen wir heute. Sie markiert die Notwendigkeit, die Herrschaftsgesellschaft zu verlassen und sich auf allen Ebenen des Zusammenlebens vom Sachverstand leiten zu lassen.

Doch woher kommt dieser Sinneswandel in den USA, der durch D. Trump in den Rang von Regierungspolitik avancierte? Ist er das Ergebnis moralischer Läuterung? Ist er ein außerirdischer Auftrag oder ein Anschlag des russischen Geheimdienstes, um die USA als Weltmacht zu liquidieren?

Die Völker leben weltweit in Verhältnissen, die der Epoche der Herrschaftsgesellschaft zuzuordnen sind. Und plötzlich bahnen die Führer der mächtigsten Staaten der Welt das an, was die Völker bisher nur sehnlichst herbeiwünschen konnten – das konstruktive Zusammenwirken der Großmächte, als der sicherste Weg der praktischen Ächtung des Krieges. Trumps Motto „Amerika zuerst“, schließt von seinem Grundanliegen her den Krieg als Gewaltmittel der Politik aus, denn die Leidtragenden eines Krieges sind immer die Völker, auch die Amerikaner. Ein Politiker, der das Wohlergehen des eigenen Volkes an die Spitze stellt, kann den Krieg nicht wollen. Seine Ablehnung des Krieges kann sich jedoch nicht auf ein lapidares pazifistisch-kategorisches Nein beschränken, sondern muss sich im staatsmännischen Geschick wieder-finden, den Krieg zu einem unbrauchbaren Mittel zu machen. Es ist eben ein Unterschied, den Krieg einfach abzulehnen oder eine Interessenverflechtung zu schaffen, die auf friedlichem Austausch beruht. Der Krieg ist kein ewiges Naturgesetz, dem die menschliche Natur unterliegt, sondern ein Herrschaftsmittel, mit dem die Herrschenden die Völker ihrem Willen unterwerfen. Das schließt eine gemeinsame Gewaltanwendung der internationalen Völkergemeinschaft gegen Terroristen und Provokateure nicht aus. Die Zurückhaltung

  1. Trumps auf die Provokationen des nordkoreanischen Staatschefs bringt ihm daher Zustimmung und Sympathie ein.

Es gab in der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts einen Zeitpunkt, ab dem klar war, dass infolge der modernen Kriegstechnik die Begriffe Sieg und Niederlage im bisherigen Verständnis nicht mehr zutrafen. Damit war die allgemeine These von Clausewitz, der Krieg sei ein Mittel der Politik, nicht mehr zutreffend,  denn ein Mittel, das die Siegesgewissheit ausschloss, machte keinen Sinn mehr. War die Überlegenheit des Sozialismus über den Kapitalismus bis dahin absolute Staatsdoktrin in den sozialistischen Ländern gewesen, so war dieses offen ausgesprochene Eingeständnis eine schwere Erschütterung der eigenen Glaubwürdigkeit, denn es besagte, die historische Überlegenheit war nur eine falsche Behauptung.

Damals wurde der Krieg als Mittel der internationalen Politik abgelehnt, an seine Stelle trat die friedliche Koexistenz mit dem ökonomischen Wettbewerb der Systeme, der die Überlegenheit beweisen sollte. Die Einsicht vom gemeinsamen Untergang der beiden Weltsysteme war der entscheidende Grund dafür, dass es zwischen den beiden Machtblöcken keine kriegerische Auseinandersetzung gab. Damit war aber der Krieg nicht generell aus der Welt geschafft. Er existierte weiter als „Kalter Krieg“, mit ständiger Anzettelung ideologischer Hetz- und Verleumdungskampagnen, um das Gleichgewicht des Schreckens zu eigenen Gunsten zu verschieben und das ungebremste Wettrüsten mit steigendem Abschreckungspotential zu rechtfertigen. Die Ablehnung des Krieges als Mittel der Politik wurde auf den globalen Krieg der Weltmächte beschränkt, schloss regional begrenzte Kriege nicht ein. Eine solche Einschränkung war im Hinblick auf den Stellvertreterkrieg zynisch und machte die Ablehnung nicht vertrauenerweckend und zuverlässig, denn das Wettrüsten wurde dadurch nicht berührt und jeder begrenzte Krieg konnte leicht in einen Weltkrieg umschlagen.

Der „Kalte Krieg“ führte zu einer Erstarrung der politischen Systeme und zu einem vereinfachten politischen Denkens, zu stereotypen Schablonen des Freund-Feind-Denkens, zu einer „Eiszeit“ auf beiden Seiten des „Eisernen Vorhangs“.

Die Rüstungsbegrenzung im atomaren Bereich ging nie so weit, dass die Atommächte auf die Politik des Schreckens verzichtet hätten, denn diese erfüllte eine wichtige innenpolitische Funktion. Sie machte die Völker gefügig – in beiden Systemen. Zögerlichkeit und gegenseitiges Misstrauen wurden mit dem Sicherheitsbedürfnis begründet, galten als Ausdruck politischer Klugheit. Die Atommächte redeten von der Gefahr eines „Heißen Krieges“ und betrieben zugleich den „Kalten Krieg“ als seine Vorstufe. Nur widerstrebend folgten sie der technischen Einsicht, dass ein neuer Weltenbrand keine Sieger mehr hätte, aber trotzdem war diese Einsicht ein Meilenstein in eine friedliche Zukunft.

Der Friede auf der Grundlage des Gleichgewichts des Schreckens war nicht nur labil, er war vor allem ein  teuer erkaufter Friede. Er wurde immer unbezahlbarer. Die Politik ging auf beiden Seiten davon aus, dass das Gleichgewicht des Schreckens um so stabiler sei, je größer der Schrecken war, den die Waffen verbreiteten. Diese Aussage lag vor allem im Interesse der Rüstungsindustrie. Wenn die Rüstungsausgaben die Möglichkeiten der Volkswirtschaften übersteigen, führt das zu gewaltigen Gesellschaftskrisen, die ein gesellschaftliches Siechtum einleiten. Der Kommunismus konnte diesem Zusammenhang nichts entgegen-halten. Er ist unmittelbar am Rüstungswettlauf zusammengebrochen. Die westliche Welt befand sich ebenfalls in diesem volkswirtschaftlichen Konflikt, ganz besonders die USA, die als Führungsmacht die Hauptbürde der westlichen Welt trugen. Doch sie spannten über den Dollar als Leitwährung den größeren Teil der Welt in die Finanzierung ihrer Politik ein. Das änderte sich jedoch, als die Völker selbstbewusster wurden und Nationalstaaten etablierten. Von da an musste die westliche Welt auf die nationale Verschuldung einschwenken, die das soziale und kulturelle Niveau nach unten drückt. Technischer Fortschritt machte die Rüstung und das ganze Herrschaftssystem immer teurer, so dass soziale Einschränkungen die Folge waren und neue Widersprüche in der Gesellschaft aufbrachen. Anstatt die erarbeiteten Gelder nutzbringend für die  gesellschaftliche Reproduktion einzusetzen, wurden sie für macht erhaltende Zwecke verpulvert. In dieser Klemme steckten beide Weltmächte und steckt noch immer die westliche Welt.

Der empirische Technikbegriff sieht in der Technik ein materielles Gebilde, das unter Ausnutzung naturgesetzlicher Zusammenhänge die menschlichen Tätigkeiten effektiver und  bestimmte Sachverhalte überhaupt erst zugänglich machen. Dabei wird außer Betracht gelassen, dass von der Technik gravierende Wirkungen auf den Menschen ausgelöst werden, dass jeder technische Vorstoß einen Rückstoß auslöst. Er ändert kognitive Fähigkeiten, die Arbeitsteilung, bei Vergrößerung des geistigen Arbeitsanteils, die Sozialstrukturen und die  Wertvorstellungen. Der technische Fortschritt ist die revolutionärste Kraft in der Gesellschaft oder so ausgedrückt: die Gesellschaft muss sich ständig in Übereinstimmung mit den technischen Erfordernissen setzen, sie muss sich ständig umorganisieren. Der Erfinder von Technik löst die ersten und sich schnell verzweigenden Anstöße aus. In dem Maße, wie der Gesellschaft ihr Kulturniveau mit dem technischen Niveau in Übereinstimmung bringt, ist sie technik-freundlich.

Aber die Technik greift nicht nur tief in die Art und Weise des menschlichen Zusammenlebens ein, Sie beeinträchtigt bzw. zerstört auch natürliche Wirkzusammenhänge. Bisher hat der Mensch die Einwirkungen der Technik in die Naturabläufe kaum beachtet. Es reichte ihm aus, von ihnen das Material für seine Zwecke abzuzapfen. Herrschaftsgesellschaft bedeutet ja, dass auch die Natur beherrscht wird, sie von ihm dienstbar gemacht wird. An diesem Anspruch wird weiter festgehalten. Wo wir stehen, zeigt der Streit um das Glyphosat als „Unkrautgift“ gegen alles, was nicht „Nutzpflanze“ ist, was nicht durch genetische Veränderungen resistent ist. Die herkömmlichen Naturschutzideen- und Aktivitäten können die Zerstörung von Flora und Fauna nicht aufhalten. Sie täuschen über den Ernst der Lage hinweg.

Um mit der neuen Technik zu überleben, muss das Ziel der Produktion verändert werden. Die Wirtschaft muss  Produktionsziele in der Reproduktion der belebten Natur erkunden. Sie muss mit jedem Produktionsakt dem Menschen und der belebten Natur dienen. Es reicht nicht aus, Konsumgüter nach altem Muster für den Menschen herzustellen, sondern Konsumgüter, die die natürliche Reproduktion unterstützen, die Mensch, Pflanze und Tier zum Leben brauchen. Eine solche wirtschaftliche Ausrichtung ist heute technisch machbar und fällig. Sie gibt dem Menschen täglich die Möglichkeit, den erweiterten Sinn seines Daseins zu erleben, was ihm Freude bereitet. In der Sorge um das Leben des anderen genießen wir unser eigenes Leben.

Die ganzheitliche Sicht als Zweck der Produktion zu realisieren, dürfte für immer die durch die technische Entwicklung vom Menschen ausgehende Gefahr für die Artenvielfalt von Pflanze und Tier beenden. Die ganzheitliche Sicht erzeugt eine Wirkung, die Schutzprogramme und Schutzgebiete als Refugien in einer zunehmend bedrohlichen Umwelt nicht erreichen können. Die Konsumtion kann niemals ausgleichen, was in der Produktion vergessen wurde.

Der heutige Naturschutz läuft der Produktion hinterher, er kommt immer zu spät. Ein Festhalten an der bisherigen Linie bringt nicht die erwarteten Änderungen. Anstatt die Kritik D. Trumps an der bisherigen Umweltpolitik zu diffamieren, sie als Absage an die Verantwortung des Menschen hinzustellen, sollte sie vielmehr auf Grund der tatsächlichen Ineffizienz unterstützt werden. Die Erweiterung des Zwecks der Technik um die Ansprüche von Pflanze und Tier, in dem Naturbereich, der vom Menschen genutzt wird, ist sowohl ein neues Naturverhältnis als auch ein neues Sozialverhältnis.

Der bisherige Technikfortschritt war bestimmt vom Willen des Menschen, seine Interessen und Bedürfnisse zu befriedigen. Schon im Altertum gab es Eingriffe, die noch heute nachweisbar sind. Mit fortschreitender Maschinentechnik führten diese Eingriffe zu irreversiblen Schäden. Mit der Einbeziehung der chemischen, kern-physikalischen und genetischen Erkenntnisse in die technischen Systeme wird die Mikrowelt der Erscheinungen dauerhaft verändert, die von der Natur nicht mehr korrigiert werden kann. Belässt man die technische Entwicklung ihrer bisherigen Steuerung, dann entstehen Wirkungsketten, mit verhängnisvollen Folgen. Die Feststellung, dass der Mensch nicht alles tun darf, was er kann, wird gerade für die technische Entwicklung zu einer wichtigen Handlungsmaxime. Die bisherige einseitige ökonomische Bewertung muss abgelöst werden von einer komplexen ganzheitlichen Zusammenschau. Der Scheitelpunkt des Übergangs von der Spontaneität zum umfassend begründeten technischen Fortschritt ist gekommen. Das technische Niveau zwingt zum Umdenken der Funktion der Technik.

Der Hauptantrieb für den technischen Fortschritt kommt vom ökonomischen Nutzeffekt, über den sich die humanistische und kulturelle Effizienz ausbildet. Dieses technische Wirken bekommt mit dem Übergang zum dritten technischen Typ eine neue Bedeutung, insofern diese Technik über die Herrschaftsgesellschaft hinausgeht, denn bei ihr wird der Mensch aus dem unmittelbaren technischen Ablauf freigestellt. Er steht nicht einfach neben ihm, sondern seine Gedanken- und Gefühlswelt, in die er als Verantwortlicher die belebte Natur einbezieht, ist mit ihm eng verknüpft. Der Mensch ist nicht mehr in den Ablauf direkt eingebunden, aber er kontrolliert und steuert diesen mit Blick auf den Lebenserhalt von Mensch, Tier und Pflanze. Demgegenüber kann ja heute die Gesellschaft noch nicht mal den Lebenserhalt des Menschen garantieren, wie das beim Umgang mit dem Freisetzungseffekt zutage tritt. Die automatische Technik,  eröffnet Handlungsräume, die nicht genutzt werden. Anstatt freudig den Freisetzungseffekt aufzugreifen, die Menschen auf das Recht, neue Bedürfnisse einzufordern, zu ermuntern und vorzubereiten, werden die freigesetzten Arbeitskräfte wie Sozialabfall behandelt, wie Späne, die beim Hobeln anfallen und möglichst wenig die Gesellschaft belasten sollen. Stichwort: HARTZ IV. Den Freisetzungseffekt in Kulturfortschritt umzusetzen, kostet natürlich Geld. Aber genau diese Gelder verschlingt der Staat. Die heutigen Staatslenker verhindern damit die Kulturfunktion der Technik, verhindern den Zuwachs an Freiheit und Selbstbestimmung. Sie beklagen den Freisetzungseffekt, diese große Chance, da er über ihren Horizont hinausgeht. Wenn die früheren Staatenlenker ebenso verächtlich mit dem Freisetzungseffekt umgegangen wären, dann hätte es nicht  die reichhaltige Verzweigung der geistigen Kultur gegeben. Man kann auch nicht auf eine spontane Korrektur der kulturfeindlichen Haltung des gegenwärtigen Systems hoffen, dass sich die soziokulturelle Funktion des technischen Fortschritts hinter dem Rücken der Menschen durchsetzt, gemeint ist der Übergang zur freien Individualität, weil nur die größtmögliche Rationalität im Interesse aller ist. Spontaneität und größtmögliche Rationalität schließen sich aus.

Die sich andeutende politische und wirtschaftliche Umorientierung ist der springende Punkt, ist das historische „Hic Rhodus, hic salta!“, das die westliche Welt gegenwärtig spaltet. Der unbewegliche Teil hält ängstlich am bisherigen Weg fest, und der bewegliche Teil will einen neuen Weg einschlagen, um sich über Wasser zu halten. Es wäre naiv,  den sich anbahnenden Kurswechsel auf eine lang erwartete moralische Einsicht zurückzuführen. Vielmehr handelt es sich um ein erzwungenes Umdenken auf Grundlage objektiver Veränderungen. D. Trump spielt z. Z. als Präsident der USA bei dieser Umorientierung eine maßgebliche Rolle in der Welt. Deshalb wird er bekämpft – und deshalb ist er erfolgreich. Trump schlägt die richtige Richtung ein. Er bewegt die Welt. Den Krieg aus der Welt zu schaffen und die Wirtschaft zu beleben, sind zentrale Aufgaben, die alternatives Denken erfordern.

In der politischen Führung in Deutschland und in der EU-Spitze wird D. Trump jedoch nach wie vor abgelehnt. Das ist schädlich für Deutschland und für Europa. Die deutsche Politik muss sich aus nationaler und europäischer Verantwortung wandeln, muss die Ansätze finden und aufgreifen, die in der Trump´schen Politik stecken. Das ist der Hintergrund der gegenwärtigen Auseinandersetzung in Deutschland, der von Politik und Medien verdrängt wird. Die Bundestagswahlen haben gezeigt, das Volk will mehrheitlich eine Änderung. Deutschland muss zur kreativen Kritik übergehen, muss zu Trump einen gedanklichen Zugang finden, ohne ihm blindlings zu folgen. Eine konstruktive Partnerschaft zwischen Deutschland und den USA kann die westliche Welt von dem ihr noch heute anhaftenden reaktionären Makel befreien. Der Widerstand gegen die Gesellschaftsreform ist auf Grund der vielen privilegierten Politiker noch stark, aber er wird sich nicht behaupten können.

Wenn die USA ihren Kurs ändern, dann ist das von einer weltgeschichtlicher Tragweite, die den Zusammenbruchs des Kommunismus übertrifft, denn dieser war das Ende eines Trugbildes, einer Utopie. Der Zusammenbruch des von den USA gelenkten westlichen Systems leitet dagegen das Ende einer realen weltgeschichtlichen Ära, der Zivilisation, als einer funktionierenden, heute jedoch überholten Kulturform ein. Der Untergang des Kommunismus erbrachte den Beweis, dass gesellschaftliche Erneuerung als Umsetzung von Utopie nicht funktioniert. Der Untergang der westlichen Zivilisation wird dagegen den Beweis erbringen, wie gesellschaftliche Erneuerung funktioniert, wenn sie sich auf die Volkssouveränität stützt.

 

 

Johannes Hertrampf – 01.12.2017

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